Der Rekordstau kostete 20 Mio. €

Das Studienbüro "Transport & Mobility" der Universität Löwen hat berechnet, dass die Rekordstaus nach dem morgendlichen Wintereinbruch am Mittwoch bis zu 20 Millionen € gekostet haben. Zusammengerechnet haben alle betroffenen Fahrzeuge dabei gut und gerne 200.000 Stunden im Stau gestanden.

"Transport & Mobility Leuven" (TML) erforscht alle Probleme, die Verkehr, Mobilität oder Logistik mit sich bringen können.

Am Mittwochmorgen staute sich der Verkehr auf allen belgischen Straßen auf eine nie zuvor gesehene Länge von rund 950 km. Schnee und Eis hatten der morgendlichen Berufsverkehr völlig lahm gelegt.

Bei TML kam auf den Betrag von 20 Mio. €, weil die Forscher berechneten, wie viel Zeit alle Fahrzeuge zusammen verloren hatten, während sie im Stau standen. Dabei kamen knapp 200.000 Stunden zusammen. Dies multipliziert mit einem bestimmten Richtwert für die Berechnung von Zeit- und Arbeitskosten ergab die Summe von 20 Mio. €.

Etwa die Hälfte dieser Summe beinhaltet die verlorenen Kosten auf Autobahnen und Landstraßen, wobei auf den Land- und Nationalstraßen wesentlich mehr Geld verloren wird, als auf den Autobahnen.

Die andere Hälfte errechnet sich aus dem Geld, dass die Wirtschaft dabei verlor: Ausgebliebene Lieferungen, abgeblasene Meetings oder andere Verabredungen, verspätetes Personal am Arbeitsplatz und anderes mehr.

Wenig Probleme am Donnerstag

Trotz Schnee und Eis sorgte der vierte Wintereinbruch des Jahres in Belgien am Donnerstagmorgen kaum für Verkehrschaos. Der Verkehrsfluss in der Stoßzeit verlief deutlich reibungsloser als am Vortag, auch wenn es zu kleinen Staus oder zähfließendem Verkehr kam. Die Räumdienste hatten vorgesorgt und waren vorbereitet.

Auf der Autobahn E 40 zwischen Lüttich und Aachen war der LKW-Verkehr für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zeitweise untersagt. An der deutschen Grenze stauten sich die Lastwagen dementsprechend.

Inzwischen wächst in allen Landesteilen Belgien die Kritik an den vermeintlich Verantwortlichen für das neuerliche Schneechaos im Straßenverkehr. Politiker, die Wettervorhersage in den Medien und auch die Beamten der staatlichen und regionalen Straßenverwaltungen werden aus unterschiedlicher Richtung angegriffen und müssen sich rechtfertigen.