Nato fordert mehr Belgier in Afghanistan

Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hat sich bei Belgien für seinen Einsatz in Afghanistan bedankt und gleichzeitig unsere Regierung gebeten, weitere Soldaten zur Ausbildung afghanischer Sicherheitstruppen dorthin zu entsenden.

Rasmussen hatte am Donnerstagnachmittag ein Treffen mit dem belgischen Verteidigungsminister Pieter De Crem in Brüssel.

Dem Nato-Sprecher James Appathurai zufolge habe sich Rasmussen bei Belgien für dessen Einsatz in Afghanistan und auch im Kosovo bedankt. Belgien hat derzeit über 600 Soldaten in Afghanistan, die vor allem afghanische Soldaten ausbilden.

Gleichzeitig hat Rasmussen De Crem gebeten, zu überprüfen, ob für Belgien ein stärkeres militärisches Engagement in Frage komme. Die gleiche Frage hatte er auch den 44 anderen Ländern gestellt, die am ISAF-Einsatz der Nato in Afghanistan teilnehmen.

Auch der amerikanische Botschafter in Belgien, Howard Gutman, rief die Belgier noch einmal zu mehr Einsatz in Afghanistan auf. Er bat die Vizepremierministerin Laurette Onkelinx (Foto), ihre Kollegen in der Bundesregierung zu überreden, die Afghanistan-Politik des amerikanischen Präsidenten Barack Obama mit 30 bis 50 Ausbildern und 50 bis 120 zusätzlichen Soldaten zu unterstützen.

Gutman versuchte am Donnerstag, anläßlich einer Rede von Onkelinx in einem Brüsseler Geschäftsclub, an das Ehrgefühl der Vizepremierministerin zu appellieren.

Wenn ein kleines Land einen solch großen Einsatz leiste, werde die internationale Gemeinschaft schwer beeindruckt sein, sagte Gutman.

Über Onkelinx sagte er: "Sie könnte neben meinem Präsidenten zur mächtigsten Person der Welt werden. Sie könnte dazu beitragen, die Welt ethisch zu verbessern."

"Belgien entsendet keine zusätzlichen Soldaten"

Die belgische Regierung habe nicht die Absicht, zusätzliche Ausbilder nach Afghanistan zu entsenden, um dort die Armee und Polizei zu unterrichten.

Das sagte die Vizepremierministerin Laurette Onkelinx am Freitag in Brüssel.

Sie fügte noch hinzu, dass sie sich am Donnerstag aber sehr gut mit dem amerikanischen Botschafter unterhalten habe.