18 Tote bei Zugunglück in Belgien

Beim Zusammenstoß von zwei Regionalzügen in der Nähe von Brüssel (Buizingen) sollen nach ersten Angaben der Belgischen Bahn bis zu 25 Menschen ums Leben gekommen und 55 weitere Fahrgäste zum teil schwer verwundet worden sein.

 Der zuständige Provinzgouverneur Lodewijk De Witte erklärte am späten Nachmittag, es stehe bereits fest, dass erwiesenermaßen achtzehn Menschen bei dem Unfall umkamen. Der Gouverneur nannte als vermutliche Unfallursache, einer  der beiden Züge habe ein Haltezeichen ignoriert.

INFO-TELEFON

Wer glaubt, Familie oder Bekannte hätten sich an Bord der beiden Züge befunden, der kann sich an die beiden folgenden Krisen-Nummern richten: ++32 (0)2/363.22.05 (Französisch) und ++32 (0)16/39.80.73 (Niederländisch).

Bei dem Unfall verkeilten sich die beiden ersten Waggons der Züge ineinander; die Wucht des Aufpralls schob sie nach oben. Die Feuerwehr musste die Passagiere aus den schwer beschädigten Wagen befreien.

Ein Zug fuhr von Leuven (Löwen) nach 's Gravenbrakel (Braine-le-Comte) und der andere von Quiévrain nach Lüttich.

Ein Bahnsprecher erklärte um 10.30 Uhr im VRT-Radio, beide Züge seien mit Pendlern sehr gut besetzt gewesen. Es wurden auch zahlreiche Menschen verletzt, genaue Zahlen waren zunächst nicht bekannt.

Helfer brachten die Leichtverletzten in ein benachbartes Sportzentrum. Schwerverletzte wurden vor Ort von Notärzten behandelt und dann in Krankenhäuser gebracht.

Bei dem Aufprall wurden Fahrgäste in den Waggons eingeschlossen und mussten von der Feuerwehr befreit werden, meldete die Polizei.

Die beiden Bahnen waren einen Kilometer vom Bahnhof Halle entfernt frontal zusammengeprallt. Das Unglück ereignete sich auf vereisten Gleisen und in dichtem Schneefall.

"Erst Lüttich, und nun das"

Das Unglück hat Trauer und Bestürzung in der Bevölkerung ausgelöst. Der flämische Ministerpräsident Peeters sprach von einem "schwarzen Tag". Sein wallonischer Kollege Demotte und PS-Präsident Di Rupo bezeichneten die Katastrophe als Schock für das ganze Land.

"Erst Lüttich, und nun das", reagierte Belgiens Premierminister Leterme. Die politischen Parteien forderten eine vorbehaltlose Aufklärung der Unglücksursache und der Verantwortlichkeit.

Am Abend besucht Belgiens Staatsoberhaupt König Albert II  mit der gesamten belgischen Regierung (Foto) den Ort der bisher mörderischsten Zugkatastrophe in Belgien.
 

Internationaler und belgischer Zugverkehr gestört

Nach dem schweren Zugunglück in der Nähe von Brüssel ist der internationale Bahnverkehr von Belgien nach Frankreich und England gestört.

Die Hochgeschwindigkeitszüge von Brüssel nach Paris fuhren am Vormittag nicht mehr, kündigte die Bahnbetreibergesellschaft Infrabel an.

Passagiere, die von Deutschland aus den Schnellzug Thalys nach Paris nutzen wollten, mussten in Brüssel aussteigen.  Auch  auf der Strecke nach England fuhren teilweise keine Züge mehr. Die Störungen werden laut Bahn den ganzen Tag lang dauern.

Auch im innerbelgischen Zugverkehr wird der Unfall in den kommenden Tagen für erhebliche Behinderungen im Zugverkehr sorgen.