Die Aufräumarbeiten werden Tage dauern

Am Tag nach der Bahnkatastrophe von Buizingen sind die Bergungs- und Aufräumarbeiten in vollem Gange. Am Montagabend wurden die Arbeiten nach Einbruch der Dunkelheit für die Dauer der Nacht ausgesetzt.

Die Aufräumarbeiten werden von Ermittlern von Staatsanwaltschaft und Eisenbahn begleitet. Inzwischen konnten die beiden Black Boxen der ZÜge gefunden werden.

Die beiden Unfallzüge wurden die ganze Nacht lang von Beamten der Lokalpolizei aus Halle bewacht. An der Nachtwache beteiligten sich auch Vertreter der Bahnpolizei und der Sicherheitsdienste der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB.

Bisher konnten offiziell 18 Tote geborgen werden. 144 Menschen wurden verletzt und medizinisch versorgt. Zwei der Verletzten schweben noch immer in Lebensgefahr.

Nach Tagesanbruch am Dienstagmorgen wurde sofort mit der Suche nach eventuellen weiteren Leichen begonnen. Offenbar werden noch Fahrgäste der Züge vermisst. Verletzte seien in den ineinander verhakten Zugteilen nicht mehr, wie aus Kreisen von Bahn und Rettungsdiensten verlautete.

Die Ermittlungen nach der definitiven Ursache des Unglücke sind in vollem Gange. Vermutlich kam es zu der Katastrophe, nach dem ein Lokführer ein rotes Signal überfahren hat, doch offiziell bestätigt wurde dies bisher nicht. Weder die Bahngesellschaft, noch Staatsanwaltschaft oder die zuständigen politischen Gremien wollen oder können dies derzeit bestätigen.

Der Lokführer des Zuges, der mutmaßlich das rote Signal überfahren hat, konnte sich durch einen Sprung aus dem Zug retten. Der schwer verletzte Mann, der erst seit 2008 Lokführer ist, konnte noch nicht zum Hergang des Unfalls verhört werden. Der Lokomotivführer hatte am Tag zuvor frei gehabt und trat am Montag seinen Dienst in der Frühschicht an.

Tagelange Räumarbeiten erwartet

Bis zur Klärung der Unfallursache können die beiden Unfallzüge nicht beseitigt werden. Dies kann noch einige Tage dauern. Die am schwersten zerstörten Zugteile müssen vor Ort verschrottet werden und erst nach dem die anderen Waggons von den Gleisen geräumt sind, können die Reparaturen an Schienen und Oberleitung begonnen werden.

In den kommenden drei Tagen wird kein Zug die Strecke zwischen den Bahnhöfen von Halle und Brüssel-Süd/Midi befahren können. Dies hat nicht nur Auswirkungen auf den regionalen Bahnverkehr sondern auch auf die internationalen Verbindungen.

Über diese Bahnstrecke fahren auch die Thalys- und TGV-Züge in Richtung Paris und Südfrankreich. Auch die Eurostarzüge nach London fahren hier auf dem Weg zum Kanaltunnel in Nordfrankreich entlang.

Warum die Deutsche Bahn AG allerdings ihre ICE-Verbindung zwischen Frankfurt, Köln und Brüssel für die Dauer der Bergungsarbeiten in Halle-Buizingen stillgelegt hat, ist völlig unklar. Diese Züge enden in Brüssel Süd/Midi…