Bergung unter Aufsicht des Staatsanwalts

Im Ortsteil Buizingen der Stadt Halle in Flämisch-Brabant haben die Aufräumarbeiten nach dem schweren Zugunglück vom vergangenen Montag begonnen. Die Bergung der Wrackteile wird von der Brüsseler Staatsanwaltschaft überwacht, denn es könnte sich in den Trümmern noch ein weiteres Todesopfer befinden.

Bis zur endgültigen Räumung der Unfallstelle könnten noch bis zu 10 Tage vergehen. Allerdings konnten die Nebengleise wieder freigegeben werden.

Inzwischen konnten 11 der bisher 18 Toten des Dramas identifiziert werden - drei Frauen und acht Männer. Andere Identifikationen gestalten sich problematisch und sind wohl nur über Vergleiche von DNA-Proben von Verwandten zu lösen.

Eine 19. Person wird offiziell noch vermisst. Dies macht erforderlich, dass die Bergungsarbeiten von der ermittelnden Brüsseler Staatsanwaltschaft begleitet werden.

Seit Mittwoch verkehren wieder Nahverkehrszüge durch Halle und Buizingen und es fahren auch wieder vereinzelt  Thalys-Züge nach Paris. Die Eurostar-Züge nach London fahren ab Mittwochabend in geringem Umfang.

Der internationale Bahnverkehr soll vollständig wieder ab dem 1. März laufen. Die Wiederaufnahme des Gesamtverkehrs über die Gleise in Halle-Buizingen wird dann einige Tage später in Angriff genommen, wie aus Bahnkreisen verlautete.

Die fahrfähigen Waggons wurden bereits abgezogen. Die ineinander verhakten Fahrzeugteile werden am Donnerstag mit schwerem Gerät beseitigt.

Lokführerstreik zu Ende

Der Lokführerstreik, der am Dienstag spontan ausgebrochen war, ist in der Nacht zum Mittwoch zu Ende gegangen. Bis in die späten Abendstunden hinein lähmte dieser Streik den Bahnverkehr in ganz Belgien.

Die Lokführer legten die Arbeit nach dem Unfall nieder, um so gegen hohen Arbeitsdruck, gegen schlechte Ausbildungen für junge Lokführer und gegen die Privatisierung der Eisenbahn zu protestieren. Dies alles bringe die Sicherheit in Gefahr, so die Streikenden.