Buizingen: Alle 18 Leichen identifiziert

Die bisher 18 geborgenen Toten des Zugunglücks vom Montag im Ortsteil Buizingen der Stadt Halle in Flämisch-Brabant sind inzwischen alle identifiziert. Keine weitere Person gilt als vermisst.

Die Notnummer 016/39.80.73, die das Rote Kreuz am Montag für die Familien der Opfer eingerichtet hatte, ist nun ein Beratungstelefon, bei dem Reisende, die nicht verletzt wurden, psychischen Beistand erhalten können.

Die Betroffenen der Zugkatastrophe, die Versicherungsfragen haben, können sich auch telephonisch hierzu informieren. Die belgische Bahn hat eine extra Nummer eingerichtet: 02-528.28.60. Alle Fragen können hier gestellt werden, so zum Beispiel zu einem beim Zugunglück verloren gegangenen oder beschädigten Laptop, aber auch zu Versicherungsfragen bei Verletzungen.

Schweigeminute für Opfer des Zugunglücks

Am Donnerstagmittag ist auf dem gesamten Streckennetz der belgischen Eisenbahn für die Opfer des Unglücks eine Gedenkminute eingelegt worden.

Die Züge, die auf einem Bahnhof standen, haben eine Minute inne gehalten. Auch in allen Straßenbahnen, Bussen und U-Bahnen der Nahverkehrsgesellschaften wurde der Opfer gedacht.

Im Bahnhof von Halle wurde um 12 Uhr mittags eine extra Schweigeminute eingelegt. Anwesend waren Jannie Haek von der NMBS-Holding, Marc De Scheemaecker (kl. Foto, rechts im Bild) von der NMBS und Luc Lallemand von Infrabel (kl. Foto, links im Bild). Gewerkschaftsvertreter waren ebenfalls nach Halle gekommen.

Außerdem waren veschiedene Regierungsvertreter im Bahnhof von Halle anwesend. Die Ministerin für Staatsbetriebe Inge Vervotte, die flämische Verkehrsministerin Hilde Crevits und Provinzgouverneur Lodewijk De Witte sowie der Bürgermeister von Halle, Dirk Pieters waren gekommen und haben sich nach der Schweigeminute ins Trauerregister eingetragen.

In zwölf Bahnhöfen des Landes, einschließlich im Büsseler Südbahnhof, liegt ein Trauerregister aus, in dem Bahnbeschäftigte und Reisende ihr Mitgefühl mit den Angehörigen der Opfer zum Ausdruck bringen können.

Im Antwerpener Zentralbahnhof gedachte unter anderem die belgische Innenministerin Annemie Turtelboom der Opfer des Zugunglücks und im Bahnhof von Hasselt hatten sich alle Mitarbeiter des Bahnhofs in der Haupthalle zur Schweigeminute versammelt.

In der Sint-Pietersstation in Gent waren der Bezirksdirektor der NMBS, Provinzgouverneur André Denys, der stellvertretende Bürgermeister Mathias De Clercq und die lokalen Gewerkschaften anwesend.

Am Bahnhof in Brügge haben wiederum Provinzgouverneur Paul Breyne, der Bürgermeister von Brugge Patrick Moenaert und Georges Rogge von der NMBS-Gruppe an der Schweigeminute teilgenommen.

Schweigemarsch für die Opfer

In Buizingen haben am Mittwochabend auch mehrere hundert Menschen an einem Schweigemarsch zum Gedenken an die Opfer des Zugunglücks teilgenommen. Unweit der Unfallstelle wurden Blumen niedergelegt. An dem Marsch nahm auch der Bürgermeister von Halle, Dirk Pieters, teil.

Die belgische Regierungsspitze hat sich noch am Donnerstagabend über das Zugunglück beraten. Parteien der Opposition wollen einen Untersuchungsausschuss, der sich mit den Ursachen der Katastrophe befassen soll. Darüber sei aber nicht gesprochen worden, so der Premierminister Yves Leterme.