Polnische Bau- und Facharbeiter zu billig?

Polnische Personaldienstleistungs-Unternehmen bieten seit einiger Zeit Facharbeiter für das Bauwesen zu Dumpingpreisen an. Dies kann nicht mit rechten Dingen zugehen, mutmaßen Politik, Arbeitsagenturen und Gewerkschaften in Belgien.

Die Tarife einiger Zeitarbeitsvermittler in Polen, die diese Bauarbeiter in Belgien derzeit anbieten, liegen bis zu zwei Drittel unter den Durchschnittstarifen, die in unserem Land Gültigkeit haben.

Die Agenturen aus Polen machen viel Werbung für ihre Facharbeiter im Bereich Bauwesen. Diese Arbeiter kommen zumeist aus Polen und Ungarn, aber auch aus anderen meist osteuropäischen Ländern.

Die polnischen Zeitarbeitsfirmen arbeiten hier eng mit ähnlichen Agenturen aus den benachbarten Niederlanden zusammen, wie die flämische Tageszeitung "De Morgen“ in ihrer Samstagsausgabe meldet.

Sie bieten Baufacharbeiter zu "all in-Tarifen“ von lediglich 16 € pro Stunde an. Ein entsprechendes Werbeblatt der Interim-Firma NRW aus dem polnischen Szczecin listet auf, dass in dieser Summe die Löhne, alle Zuschläge, die Reise- und die Aufenthaltskosten enthalten sind.

"Gegen die belgische Gesetzgebung"

Bundesarbeitsministerin Joëlle Milquet (cdH - Foto) ist der Ansicht, dass diese Tarife unmöglich mit dem belgischen Arbeitsrecht in Einklang zu bringen sind. Solche Preise verstoßen ihrer Meinung nach gegen das Gesetz in unserem Land.

Die Gewerkschaften in Belgien fordern von der Bundesregierung, dass sie diese Art Praktiken im Auge behält. Vertreter der sozialistischen Gewerkschaft ABVV sind sicher, dass diese Tarife gegen alle Vorschriften zu Sicherheit, Arbeitsdauer, Ruhe- und Arbeitszeit und gesetzlichen Mindestlöhnen verstoßen, wie "De Morgen" weiter meldet.