Bahnsicherheit: Fragen, aber keine Antwort

Während der Anhörungen am Montag im Infrastrukturausschuss der Kammer über das Zugunglück in Buizingen, wurde deutlich, dass noch viele Fragen zu Investitionen in das Sicherheitssystem bei der belgischen Bahn NMBS Ende der 80er und in den 90er Jahren offen sind.

In diesem Zeitraum war Etienne Schouppe (Foto), jetzt Staatssekretär für Mobilität, NMBS-Chef.

Nach einem tödlichen Unfall in den 80er Jahren hat die NMBS damit begonnen, automatische Bremssysteme einzuführen, aber damit 1988 wieder aufgehört. Erst 1998 lag das Bremssystem wieder auf dem Verhandlungstisch. Das geht aus der Anhörung hervor.

Die Ministerin für Staatsbetriebe, Inge Vervotte, sagte hierzu, dass Belgien mit den Sicherheitssystemen im Vergleich zu seinen Nachbarländern weit im Rückstand sei. "Unser Land ist mit dem Ausbau traditioneller Sicherheitssysteme viel zu spät gewesen", hieß es. Auch aus der Anhörung von Luc Lallemand (Infrabel), Mark Descheemaecker (NMBS) und Jannie Haek (NMBS-Holding) ging hervor, dass die Informationslücken während des Zeitraums 1988 bis 1998 groß sind.

In dieser Periode stand Etienne Schouppe an der Spitze der belgischen Bahn NMBS. Vervotte und die heutige NMBS-Spitze scheinen also auf ihn zu verweisen. "Ich habe gehört, dass sich mehrere Abgeordnete des Aussschusses Fragen stellen, was in diesem Zeitraum geschehen sei und dass darauf niemand eine Antwort gegeben hat", reagiert Schouppe.

Schouppe ist heute Staatssekretär für Mobilität in der belgischen Regierung. Viele fragen sich, warum er nicht bei der Anhörung im Kammerausschuss anwesend war. "Ich wurde nicht gefragt", heißt es. "Wenn ich jetzt als ehemaliger Generaldirektor und Ex-Chef der NMBS eingeladen werde, werde ich dem Ausschuss zu möglichen Fragen über diese Periode Rede und Antwort stehen. Ich bin lediglich erstaunt, dass es gestern dazu keine Antworten gegeben hat."

Was Schouppe dann genau antworten wird, will er nicht sagen. "Das werde ich dem Ausschuss sagen."