Carrefour streicht 1.672 Stellen in Belgien

Bei der französischen Einzelhandelskette Carrefour in Belgien werden 1.672 Stellen gestrichen. 21 Supermärkte sollen geschlossen werden. Das wurde auf einer außerordentlichen Betriebsratssitzung in Brüssel bekannt gegeben.

Außerdem müssen zwischen 3.000 und 5.000 Arbeitnehmer bei ihrem Lohn zurückstecken.

Unter den 21 Geschäften, die geschlossen werden sollen, sind 14 Hypermärkte und 7 Supermärkte. 7 andere Geschäfte will Carrefour auf Franchise-Basis von Selbständigen wieder öffnen lassen. Daneben laufen Verhandlungen mit der Gruppe Mestdagh, dem Inhaber der belgischen Supermarktkette Champion, die 14 Geschäfte übernehmen will.

Letzte Woche hatte Carrefour bekanntgegeben, sich von 57 Hyper-Märkten in Belgien trennen zu wollen. Der Umsatz vor allem großer Supermärkte liegt nach wie vor hinter den Erwartungen zurück. "Es handelt sich eigentlich um ein Kombination von Faktoren", erklärt der Experte Gino Van Ossel. "Problemkind Nummer eins sind die Hypermärkte. Sie folgen nicht mehr unserem Zeitgeist."

Außerdem habe die Kette jahrelang zu wenig in die GB-Geschäfte investiert, meint Van Ossel. Dadurch habe man stets mehr Marktanteile verloren.

Insgesamt arbeiten bei Carrefour in Belgien 15.000 Menschen.

Es steht also fest, dass 1.672 Stellen gestrichen werden, aber dieser Anteil kann eventuell noch steigen, falls die Verhandlungen mit Mestdagh schief gehen oder falls der Franchise-Plan nicht funktioniert. "Dann kann die Zahl der Entlassungen auf über 4.000 ansteigen", heißt es bei den Gewerkschaften.

Gewinneinbruch von 70 Prozent

Carrefour verzeichnete weltweit einen Rückgang seines Gewinns um 71,5 Prozent auf 437 Millionen Euro. Der Nettogewinn der Carrefour-Gruppe ging um 74,2 Prozent auf 327 Millionen Euro zurück. 2008 waren das noch 1,27 Milliarden Euro.