Streik bei Carrefour

Nach der Ankündigung der Schließung von 21 Geschäften der Einzelhandelskette Carrefour hat die Belegschaft mehrerer Carrefour-Supermärkte spontan ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaften beraten über das weitere Vorgehen.

Die Gewerkschaften rufen nicht direkt zu Protestaktionen auf. Sie halten den Arbeitsausstand der Mitarbeiter von Carrefour, die über die Pläne der Direktion erstaunt sind, jedoch für legitim.

Verärgerung über Kahlschlag

Die Gewerkschaften und Beschäftigten reagierten geschockt auf die Ankündigung der Stellenstreichungen. Die Gewerkschaften hatten zwar mit einer schweren Sanierung gerechnet, aber nicht mit so vielen Jobverlusten.

"Wir sind echt fassungslos", sagt Jan De Weghe von der sozialistischen Gewerkschaft BBTK. "Es geht um insgesamt knapp 4.700 Menschen, die betroffen sind. Das ist enorm, ein echter Kahlschlag."

Für diesen Kahlschlag fehlen auch einem anderen Gewerkschaftsmitglied die Worte. "Einer von acht Arbeitnehmern weiß, dass er am 30. Juni keine Arbeit mehr haben wird und wenn die Pläne für die Übernahme scheitern, dann kann daraus einer von dreien werden", sagt Chris Van Droogenbroeck von der christlichen Gewerkschaft ACV. "Das ist schlimmer als das worst case Szenario."

Kritisiert wurde auch, dass die Schließung der Supermärkte die Position von Carrefour im innerbelgischen Wettbewerb weiter schwächen werde. Carrefour will in den nächsten drei Jahren 300 Millionen Euro für Investierungen in die verbleibenden Supermärkte bereitstellen.

Die Gewerkschaften beraten nun über mögliche Aktionen. "Dass es Protestaktionen geben wird, steht so gut wie fest", heißt es. "Wie schwer diese sein werden, ist noch abzuwarten."