Zugdrama-Ausschuss

In der Kammer des belgischen Parlaments kam der Ausschuss der Kammer zur politischen Aufarbeitung des Zugunglücks von Buizingen am Mittwoch erneut zusammen. Beschlossen wurde die Einsetzung eines Sonderauschusses.

Dieser Ausschuss muss die Sicherheit der belgischen Bahninfrastruktur unter die Lupe nehmen. Dazu hat er vier Monate Zeit, während denen alle seit 1982 in diesem Sinne genommenen Maßnahmen geprüft werden sollen. Betroffen sind die entsprechenden Investitionen und der Einfluss diesbezüglicher europäischer Richtlinien.

Der Sonderausschuss ist aber keine parlamentarische Untersuchungskommission im eigentlichen Sinne und wie sie von der Opposition gefordert worden war. Eine solche Untersuchungskommission hat die Befugnisse eines Richters und darf Zeugen unter Eid befragen.

Nach einer ersten Anhörung der Bahn-Chefs und der zuständigen Ministerin Vervotte am Montag sind noch viele Fragen offen.

Knapp über sieben Stunden hatten die Ausschussmitglieder dann bereits an der politischen Aufarbeitung des Zugunglücks von Buizingen gearbeitet. Viel schlauer als zuvor waren sie aber nicht, gaben einige Parlamentarier nach der Sitzung zu.

Vor allem für den Zeitraum von Ende der 80er bis Ende der 90er Jahre stellen sich zahlreiche Fragen auf Grund anscheinend fehlender Investitionen in die Sicherheit bei der Bahn. In dieser Zeit war der heutige Staatssekretär für Mobilitätsfragen Etienne Schouppe Bahnchef.
 

Lokführer von Buizingen beigesetzt

In Aarschot, bei Löwen, ist am Mittwochvormittag der Lokführer beigesetzt worden, der bei dem dramatischen Bahnunglück mit 18 Toten von vergangenem Montag ums Leben gekommen war.

Der Mann fuhr den Zug von Quiévrain nach Lüttich, als er in Buizingen an einer Weiche mit einer entgegenkommenden Bahn zusammenstieß. Der zweite Lokführer, der vermutlich ein Haltesignal missachtet hatte, wurde schwer verletzt. An der Trauerfeier nahmen viele Kollegen teil. Auch Bahnchef Descheemaecker war anwesend.