Erzbischof Léonard tritt Dienst an

In der Sankt-Rombouts-Kathedrale von Mechelen wurde André Léonard (Foto) am Samstag in der Nachfolge von Kardinal Daneels als neuer Erzbischof von Belgien eingesetzt. Begleitet wurde dies von Protesten von Homosexuellen.

Der Messe wohnten untern anderem Premier Yves Leterme, Justiz- und Verteidigungsminister Stefan De Clerck und Pieter De Crem, Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters und Bart Somers, der Bürgermeister von Mechelen, Bart Somers.

In seiner Predigt verwies der neue Erzbischof auf die Gasexplosion in Lüttich und die Zugkatastrophe in Buizingen. „Die Frage stellt sich, wo war Gott in diesen furchtbaren Augenblicken. Er war da, mittendrin im Elend, sowie er überall dort ist, wo Menschen genau wie Jesus ausrufen, ‚Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?’“.

Vor dem Beginn des Gottesdienstes organisierten mehrere Dutzend Homosexuelle eine Kundgebung. Sie protestierten, weil Léonard Homosexualität „abnormal“ nannte. „Homosexuelle haben eine Blockierung in der psychologischen Entwicklung, was sie zu Abnormalen macht“, sagte Bischof Léonard 2007.
 

Erzkonservativ

Der bald 70-Jährige Léonard kündigte nach seiner Ernennung vor einigen Wochen umgehend an, er scheue die Konfrontation nicht, denn es gebe in der belgischen Kirche und im ganzen Land eine geistliche Krise.

Unausgesprochen geben er und andere die Schuld daran seinem Vorgänger, Kardinal Godfried Daneels, der während 30 Jahren einen liberalen Kurs steuerte und vor der Papstwahl im Jahre 2005 der Wunschkandidat der Reformer war.

Gegner von Daneels behaupten allerdings, in seiner Ära hätten sich in Belgien die Kirchen und Priesterseminare geleert. Demnach wird die Ernennung des erzkonservativen Léonards von Beobachtern als eine Kurskorrektur bewertet. Léonard, der bereits als designierter Kardinal gilt, soll als neuer Vorsitzender der belgischen Bischofskonferenz wieder für Ordnung Kirche sorgen.