Asylbewerberwelle aus dem Balkan

Viele Asylbewerber vom Balkan machen nach Angaben aus Belgrad der EU zu schaffen. Besonders betroffen ist Belgien, wo seit einigen Monaten eine deutliche Zunahme der Asylanträge aus der Region festgestellt wird.

Seit der Aufhebung des EU-Visazwangs für die Balkanländer vor zwei Monaten hätten allein aus Südserbien bis zu 10.000 Albaner in EU-Ländern Asyl beantragt, sagte der Albaner-Vertreter im serbischen Parlament, Riza Haljimi, am Samstag in der serbischen Hauptstadt Belgrad.

Tausende weitere Albaner aus Mazedonien und dem Kosovo versuchten, in EU-Ländern politisches Asyl zu erhalten, berichteten die örtlichen Medien.

Besonders betroffen ist Belgien, wie vom zuständigen Brüsseler Ausländeramt bestätigt wird, das die Asylanträge bearbeitet.

Die EU-Kommission wird nach diesen Informationen am kommenden Montag einen hochrangigen Abgesandten nach Belgrad schicken, um die Rückführung dieser Asylbewerber zu organisieren.

Belgiens Regierungschef Yves Leterme (Foto) besucht am 8. März Mazedonien und das Kosovo besuchen, um eine Lösung für dieses Problem zu finden.

Die Albaner in Südserbien, Westmazedonien und im Kosovo leben in bitterer Armut. Sie kommen nach Medienberichten zunächst bei ihren Verwandten in Belgien, Skandinavien, Deutschland oder der Schweiz unter, wo sie dann Asyl beantragen, was in Belgien aber in der Regel nicht gewährt wird, weil sie nicht nachweisen können, dass sie in ihren Herkunftsländern politisch verfolgt werden. (mit dpa)