"Bin kein Terrorist, habe nicht gemordet"

Der mutmaßliche Terroristenführer Abdelkader Belliraj (53) aus Evergem hat in mehreren flämischen Tageszeitungen seine Geständnisse während der ersten Verhöre widerrufen. Belliraj ist in Marokko zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Er wurde für schuldig befunden, ein Terrornetzwerk gegründet und sechs Morde in Belgien begangen zu haben.

In den Tageszeitungen, die die jüngsten Interwiews mit Belliraj abdruckten, behauptet er, die Geständnisse seien unter Folter von ihm erzwungen worden.

"Ich habe nichts zugegeben, ich war gegen niemanden gewalttätig. Ich war auch niemals Agent der (belgischen, Red.)Staatssicherheit", heißt es zum Beispiel in der Zeitung De Morgen. Belliraj leugnet, jemals Geständnisse zu den sechs Morden zwischen 1988 und 1989 in Brüssel gemacht zu haben.

"Ich wurde gefoltert. Die Geständnisse, die ich gemacht haben soll, waren erzwungen. Ich bin weder ein Terrorist, noch ein Mörder. Ich habe Osama bin Laden noch nie gesehen und ich habe nicht mit irgendwelchen politischen Morden in Belgien zu tun", heißt es in De Standaard.

Am Mittwoch beginnt in der marrokanischen Stadt Rabat der Berufungsprozess.

Anwalt lädt Minister De Clerck vor Gericht

Der belgische Anwalt von Belliraj, Abderrahim Lahlali, aus Gent hat den belgischen Justizminister Stefaan De Clerck am Montag vor Gericht  geladen.

Er verlangt vom belgischen Gericht eine Kopie der Strafakte der sechs Morde, wegen denen Belliraj in Marokko zu lebenslanger Haft verurteilt wurde.