Italiens Botschafter nach Rom zurückbeordert

Sandro Maria Siggia, der Botschafter Italiens in Belgien, ist nach Rom zurückbeordert worden. Er soll in einen Korruptionsskandal verwickelt sein. Der italienische Senat spricht sich am Mittwoch über dessen Immunität aus.

Der Name Sandro Maria Siggia wird im Zusammenhang mit der Affäre Di Giorlamo genannt.

Der italienische Senator Nicola Di Giorlami, der vor einigen Tagen zurücktrat und über dessen Immunität jetzt entschiedenn wird, soll in einen Fall von Geldwäsche verwickelt sein und soll dadurch Verbindungen zur Maffia haben.

Der belgische Botschafter soll Senator Di Giorlamo für einen bestimmten Zeitpunkt ein Alibi in Brüssel verschafft haben. Dies geht aus den Aufzeichnungen von Telefongesprächen aus dem Jahr 2008 hervor, die italienische Medien in diesen Tagen an die Öffentlichkeit gebracht haben.

In einem dieser Telefongespräche bedankt sich Di Giorlamo bei Botschafter Siggia dafür, dass dieser ihm dabei geholfen habe, einen fiktiven Wohnsitz in Belgien zu finden, obschon dies er nie hier gelebt hat.

Italiens Botschafter in Brüssel gab dem Senator sogar noch einen Tipp mit auf den Weg: „Weil sie der einzige Gewählte in Belgien sind, werden die Journalisten Fragen stellen. Dann müssen sie sagen, dass sie zwischen Brüssel und Italien, zwischen Deutschland und der Schweiz wohnen.“

Napolitanos Staatsbesuch überschattet

Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitanos Staatsbesuch in Belgien ist von den Vorfällen um den Botschafter seines Landes in Brüssel überschattet.

Normalerweise übernachtet der Staatspräsident anlässlich seiner Visiten in Belgien in der Botschaft seines Landes, doch angesichts der Tatsache, dass man auch in Brüssel derzeit nicht gut auf Sandro Maria Siggia zu sprechen ist, zog Napolitano (Foto) es vor, in ein Hotel zu gehen.

Botschafter Siggia, der bisher noch nie negativ aufgefallen war, nahm weder an der Begrüßung Napolitanos am Brüsseler Flughafen teil, noch tauchte er beim Dinner des Staatspräsidenten bei König Albert II. auf, was beides ausdrücklich gegen das Protokoll verstößt.