Medizinstudium in Belgien wird kürzer

Das Grundstudium der Medizin in Belgien wird künftig von sieben auf sechs Jahre verkürzt. Die Universitäten unsterstützen die Reform.

Mit dieser neuen Regelung kommt Belgien einer europäischen Forderung aus 1975 nach, die besagt, dass Bachelor- und Master-Studien jeweils nur drei Jahre dauern dürfen.

Wer im akademischen Jahr 2011-12 mit dem Studium der Medizin beginnt, wird also sein Grundstudium in sechs anstelle von sieben Jahren absolvieren können. Derzeit muss ein Medizinstudent noch eine wissenschaftliche Ausbildung von drei Bachelorjahren und vier Masterjahren, also insgesamt sieben Jahren, machen. Danach folgen noch drei Jahre der praktischen Ausbildung.

In Zukunft wird das letzte Jahr gleich das erste Praxisjahr sein.

Die Verringerung der wissenschaftlichen Studienjahre ist gut, so Jan De Maeseneer, Leiter der Hausarztausbildung an der Universität Gent, denn andere europäische Länder haben auch eine sechsjährige wissenschaftliche Ausbildung.

Für Studenten, die sich für den Beruf des Hausarztes entschieden haben, ändert sich nicht viel. Ihre Ausbildung beträgt nach wie vor neun Jahre. Für sie wurde das siebte Jahr bislang sowieso schon als erstes Jahr der dreijährigen Praxisausbildung anerkannt.

Dadurch wurde immer wieder Kritik laut, dass dies diskriminierend für Fachärzte in Ausbildung sei. Für sie galt nämlich bislang diese Anerkennung nicht. Mit der neuen Regelung ist dieser Kritikpunkt also vom Tisch.