Mehr Selbstanzeigen von Steuersündern

Im Januar und Februar stieg die Zahl der reuigen Steuersünder, die ihr im Ausland angelegtes Schwarzgeld selbst angaben, in Belgien deutlich an. Das berichtete der flämische Wirtschaftssender Kanaal Z am Samstagabend.

Seit Anfang des Jahres verzeichnet das belgische Finanzministerium eine explosionsartige Zunahme bei den Selbstanzeigen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen im Ausland.

Den Angaben zufolge haben sich im Januar und Februar bereits 371 Steuersünder gemeldet.

Im selben Zeitraum des Vorjahres waren es nur 45 und 2008 zeigten sich 60 Personen selbst an. Insgesamt wurden Schwarzgeldanlagen in Höhe von 132 Millionen € gemeldet. Wie ein Sprecher des Finanzministeriums vorrechnete, bedeutet dies ein unerwartetes Plus bei den Steuereinnahmen in Höhe von 33 Millionen €.

Bei einer Selbstanzeige können die Steuersünder mit einer Strafbefreiung rechnen. Es hat den Anschein, dass viele Steuersünder befürchten, der Fiskus könne ihnen auf die Spur kommen, weil Belgien mit immer mehr Ländern Steuerdaten austauscht.

Aber auch die Berichte aus Deutschland, wo das Finanzamt mehrere CDs mit Steuersünderdaten aus der Schweiz und Liechtenstein kaufte, sorgen bei den Steuerhinterziehern in unserem Land anscheinend für Ängste, dass in Kürze mit dem Ende des Bankgeheimnisses in diesen Ländern zu rechnen ist.