Maßnahmen gegen Platzmangel an Schulen

Der flämische Unterrichtsminister Pascal Smet plant Maßnahmen, um das Problem des Schulmangels in großen Städten zu lösen. Besonders in Antwerpen, Gent und Brüssel gibt es viel zu wenig Plätze in Kindergärten und Grundschulen. Smet will kurzfristig etwas dagegen unternehmen.

In Antwerpen hat ein Viertel der Eltern, die versucht haben ihre Kinder über das neue Online-Anmeldesystem in einem Kindergarten oder an einer Grundschule einzuschreiben, noch keinen Platz für ihren Sprößling zugewiesen bekommen.

Seit letzten Sonntag zelten wieder Eltern oder Freunde der Eltern vor den Sekundarschulen von Antwerpen, um unter den ersten in der langen Anmeldeschlange zu sein. Sie erhoffen sich damit, einen Platz für ihr Kind in der Schule ergattern zu können.

Auch in Brüssel gingen jede Menge Beschwerden ein, weil es nicht genug Plätze in niederländischsprachigen Schulen gibt.

Unterrichtsminister Smet (Foto) will nun gegen das Kapazitätsproblem in Schulen in den großen Städten vorgehen. Als erstes will er die so genannte Kilometerregel aufheben. Die schreibt vor, dass in dicht besiedelten Gebieten im Umkreis von 2 Kilometern keine neue Schule des gleichen Netzes (also zum Beispiel keine zweite katholische oder keine zweite staatliche, nicht-konfessionelle Schule) eröffnet werden darf. Die Abschaffung dieser Vorschrift soll noch vor der Sommerpause erfolgen.

Außerdem sollen die Städte künftig besser auf Veränderungen in neuen Vierteln reagieren können. Derzeit müssen sie warten, bis sie wissen, wie viele Kinder in dem neuen Viertel wohnen werden, bis sie den Bau neuer Schulen planen können.

In einer ersten Reaktion haben sich die Städte positiv zum Vorhaben des Ministers geäußert. Sie fordern jedoch zusätzliche kurzfristige Maßnahmen wie Beihilfen zum Anmieten von Büroräumen oder anderen Gebäuden, um dort Schulklassen unterzubringen. Der Minister will hierüber nachdenken und verlangt von den Städten, die mit übervollen Schulen zu kämpfen haben, einen Masterplan mit sämtlichen Forderungen. Diesen müssen sie bis zum Sommer vorgelegt haben.