Mehr Sicherheit für Diamantenhändler

Nach dem Überfall vom Freitag auf einen Diamantenhändler in Antwerpen haben sich am Montag Mitglieder der Diamentenbranche mit Vertretern der Stadt und der dortigen Polizei getroffen. Sie haben über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen für Diamantenhändler beraten.

Am Dienstag wollen sie mit der belgischen Innenministerin Annemie Turtelboom ein Gespräch hierüber führen.

Die flämische Hafenstadt Antwerpen ist das Zentrum des weltweiten Diamantenhandels. Immer wieder ist die Stadt Schauplatz spektakulärer Edelsteindiebstähle. Vergangenes Wochenende war eine bewaffnete Bande in das Haus eines indischen Diamantenhändlers eingedrungen. Sie nahm seine Frau und seine Kinder 18 Stunden lang als Geiseln und erpresste dadurch von dem Händler die Herausgabe von Edelsteinen im Wert von 4,5 Millionen Euro. Die Täter sind noch immer flüchtig.

"Es wird bereits sehr viel in die Sicherheit der Diamantenbranche investiert. Und das ist auch normal, da das Wirtschaftsinteresse für Belgien groß ist: Der Diamantenhandel macht gut 8 Prozent des flämischen Exports und 5 Prozent des belgischen Exports aus", betont Freddy Hanard, Chef des World Diamond Centre in Antwerpen. "Es müssen jedoch effiziente, langfristige Maßnahmen eingeführt werden, um eine optimale Sicherheit zu gewährleisten. Die Diamantenbranche gehört zur Risikogruppe in Sachen Entführungen und brutale Überfälle."

Die Antwerpener Polizei wird künftig die Zahl ihrer Patrouillen im Diamantenviertel und in den Wohngegenden der betroffenen indischen Diamantenhändler erhöhen. Die zusätzlichen Patrouillen sind vorübergehend. Außerdem will die Polizei in Zusammenarbeit mit der Branche untersuchen, wie strukturell gegen so genannte Tigerkidnappings vorgegangen werden kann. So wird überprüft, ob bereits existierende Maßnahmen im Banken- oder Postdienst übernommen werden können.

Die Antwerpener Polizei gab am Montagmorgen bereits bekannt, dass ab dem 22. März keine Kurier- und Postdienste mehr in der Fußgängerzone in der Hovenierstraat im Diamantenviertel erlaubt seien. Diese Maßnahme war bereits nach einem Zwischenfall mit einem verdächtigen Briefumschlag beschlossen worden.