Prozess gegen belgische Al-Kaida-Zelle

In Brüssel hat am Montag der Prozess gegen 9 mutmaßliche Terroristen begonnen. Den Angeklagten wird vorgeworfen, junge Männer für geplante Selbstmordanschläge rekrutiert zu haben. Der Prozessauftakt verzögerte sich wegen Protesten im Gerichtsgebäude und im Gefängnis.

Hauptverdächtige der neun mutmaßlichen Terroristen ist die 50-jährige Malika El-Aroud. Sie soll zusammen mit ihrem noch flüchtigen Ehemann Jugendliche aus Brüssel für den Heiligen Krieg angeworben haben. Die jungen Männer sollen in Trainingslagern in Pakistan und Afghanistan zu islamistischen Kämpfern ausgebildet worden sein. Die Bande war im November 2008 von der Polizei zerschlagen worden.

El-Aroud ist auch die Witwe des Mannes, der den afghanischen Oppositionsführer Ahmed Shah Massoud wenige Tage vor den Anschlägen des 11. September 2001 durch einen Selbstmordanschlag tötete.

Den Hauptverdächtigen drohen bis zu zehn Jahre Haft. Die Angeklagten leugnen jegliche Vorwürfe. Der Anwältin El-Arouds zufolge sei die Frau "gegen jegliche Form von Gewalt".

Schwieriger Prozessauftakt

Das Verfahren hatte bereits Ende Januar begonnen, aber zu diesem Zeitpunkt wurde lediglich der Terminplan festgelegt. Am heutigen Montag ist der eigentliche Prozessauftakt. Dieser verlief allerdings schwierig, da das Sicherheitspersonal des Gerichtsgebäudes Protestaktionen durchführte. Auch ein Streik im Gefängnis des Brüsseler Stadtteils Sint Gillis beeinträchtigte den Transport der Angeklagten.

Außerdem führten extrem strenge Sicherheitsmaßnahmen im Gerichtsgebäude zu Verzögerungen. Alle Personen mussten durch den Metalldetektor und wurden nach Waffen durchsucht. Nach über einer Stunde konnte der Prozess dann doch endlich beginnen.

Malika El-Aroud wurde am Montag nicht mehr vom Gericht angehört. Sie fühlte sich zu schwach. Ihre Vernehmung erfolgt am Dienstag.