Asyl: Gegenkampagne im Balkan

Belgiens Premierminister Yves Leterme hat sich zum Auftakt seiner Balkanreise entschlossen gezeigt. In Mazedonien sagte er am Montag vor Journalisten, es habe keinen Sinn, dass die Mazedonier in Belgien Asyl beantragten.

Leterme kündigte auch an, dass Belgien einen Bus angeheuert habe, um am Mittwochmorgen 50 Aysylbewerber aus Mazedonien in ihr Land zurückzubringen. Es handele sich dabei um Asylbewerber, die eingesehen hätten, dass sie mit falschen Vorwänden nach Belgien gelockt worden seien. 

Der belgische Premierminister und der Staatssekretär für Asyl und Migration, Melchior Wathelet, sind am Montagnachmittag in den Balkan gereist, um die Bevölkerung von Mazedonien und Serbien über die jüngste Immigrationswelle aus dieser Region zu informieren.

Seit der Aufhebung des Visazwangs für Serbien, Mazedonien und Montenegro durch die EU Mitte Dezember versuchten ganze Busse mit Bewerbern aus dem Balkan, vor allem albanesischen Ursprungs, politisches Asyl in der EU zu erhalten. Belgien sei besonders betroffen. Die Asylbewerber würden aufgrund von Berichten anglockt, die ihnen vorschaukelten, dass sie Geld erhielten, in Hotels untergebracht und ihre Anträge genehmigt würden. Das seien aber Falschinformationen.

Die belgische Delegation stattet auch dem Kosovo einen Besuch ab. In letzterem Land steht vor allem dessen möglicher Beitritt zur Europäischen Union auf dem Terminkalender.

Eigentlich hätte Leterme auch nach Kroatien weiterreisen sollen, aber dieser Besuch wurde wegen des schlechten Wetters abgesagt.