Opel Antwerpen doch noch nicht verloren?

In Rüsselsheim ist am Dienstag das Management des Autobauers Opel mit Gewerkschaftsvertretern aus Deutschland, Belgien und Polen zusammen gekommen, um diese über einen neuen Plan zur teilweisen Rettung von Opel Antwerpen zu informieren.

Nach den bisherigen Plänen will Opel den Standort mit 2.600 Mitarbeitern im Laufe des Jahres stilllegen.

Nach dem neuen Konzept der Opel-Geschäftsführung für den Standort Antwerpen, das auf einem Vorschlag der Betriebsräte basiert, soll die Fertigung in Belgien auf geringerem Niveau fortgeführt werden, allerdings mit Hilfe von Investoren. Opel könnte eine Minderheitsbeteiligung an dem Werk behalten.

In Antwerpen könnte demnach der Opel-Astra TwinTop gebaut werden. Das Cabrio wäre für den osteuropäischen Markt bestimmt. Außerdem könnte Antwerpen Fahrzeuge für andere Automobilhersteller montieren.

Der europäische Betriebsrats-Chef Klaus Franz hatte am Montag bereits durchsickern lassen, er sehe reelle Chancen, eine Lösung für Antwerpen zu finden, die beide Seiten akzeptieren könnten.

Erst wenn die fünf belgischen Gewerkschaften das Konzept jedoch akzeptieren, können Verhandlungen mit dem Management erfolgen.

Noch kein Durchbruch bei Opel Antwerpen

Eddy De Decker von der christlichen Gewerkschaft ACV zufolge sei der neue Vorschlag viel zu eingegrenzt und hätten die Gewerkschaften das Konzept einstimmig abgelehnt.

Die Gewerkschaften haben nun einen Gegenvorschlag gemacht. Sie fordern eine Frist bis 2012, um Investoren für Antwerpen zu finden. Das wäre nämlich in ein paar Monaten nicht durchführbar, so Rudy Kennes von der sozialistischen Gewerkschaft ABVV.

Jetzt warten die Gewerkschaften wiederum auf eine Antwort der Direktion.