Zu laxe Verschreibung gegen Hyperaktivität

Über 26.000 Kinder in Belgien, die an der Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden, werden mit Amphetaminen behandelt. Innerhalb von 4 Jahren hat sich die Zahl derer, die die Medikamente Rilatin oder Concerta verschrieben bekommen, vervierfacht.

2004 wurden gerade einmal 6.000 Kinder mit Amphetaminen gegen ADHS behandelt, heute liegt also die Zahl bei genau 26.560.

Fachleute kritisieren, dass die Ärzte die Medikamente zu lax verschreiben würden. Häufig sei gar keine eindeutige Diagnose gestellt worden, die auf ADHS hinweise.

Die Untersuchung ist aufwendig und Allgemein- und Kinderärzte haben häufig weder das Wissen noch die Zeit für eine solche Untersuchung.

Beide Arzneimittel seien wegen ihrer Nebenwirkungen wie Schlaflosigkeit, Appetitlosigkeit und Depression mit der Droge Kokain vergleichbar, heißt es noch. Bei Kindern bestehe zudem das Risikio einer Abhängigkeit.

Gesundheitsministerin Laurette Onkelinx will am Donnerstag mit Experten über das Thema beraten.

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