König Albert II. darf in den Kongo reisen

Die Bundesregierung hat grünes Licht für die Reise des Monarchen zu den Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit der ehemaligen belgischen Kolonie Kongo gegeben, wie Außenminister Steven Vanackere (CD&V) mitteilte.

Nach Angaben von Bundesaußenminister Vanackere stehe dieser Reise nichts mehr im Wege, wenn der König auf die Einladung von Seiten des kongolesischen Staatspräsidenten Joseph Kabila eingehen wolle. Lediglich ein diplomatischer Zwischenfall könne noch etwas an dieser Entscheidung ändern.

Während einer Reise des Außenministers zur Demokratischen Republik Kongo Anfang des Jahres wurde bekannt, dass Präsident Kabila König Albert II. zu den Unabhängigkeitsfeierlichkeiten im Juni dieses Jahres eingeladen hatte (Foto).

Nach Ansicht der frankophonen Mehrheitsparteien PS (die Sozialisten) und cdH (die Zentrumspartei) sollte der belgische Monarch auf jeden Fall an der Zeremonie teilnehmen.

Doch die liberale Familie in Belgien zeigte sich zunächst zögerlich in dieser Frage, denn hier wurden Bedenken bezüglich Korruption, Demokratiemangel und der verschiedenen bewaffneten Konflikte in dem zentralafrikanischen Land laut.

Bundesaußenminister Steven Vanackere von den flämischen Christdemokraten CD&V legte Nachdruck auf die Tatsache, dass die Modalitäten dieser Reise noch besprochen werden müssen. Dabei geht es unter anderem um die Personalien der den König begleitenden Delegation und um das Besuchsprogramm.

Vanackere sieht die Reise von König Albert II. als Beweis für den gegenseitigen Respekt zwischen Belgien und dem Kongo.

Letzter königlicher Besuch liegt 25 Jahre zurück

Die letzte Reise eines belgischen Monarchen liegt 25 Jahre zurück. 1985 besuchten König Baudouin und Königin Fabiola den damaligen Präsidenten Mobutu Sese Seko im damals noch Zaire genannten Kongo.

Opposition auf Bundesebene gegen die Reise

Die flämischen Sozialisten (sp.a) und die Nationaldemokraten der N-VA sind gegen die Reise von König Albert II. zu den Unabhängigkeitsfeiern im Kongo. Ihrer Ansicht nach werde sich Präsident Joseph Kabila über den königlichen Besuch profilieren und international sein Ansehen damit aufpolieren wollen.

Die sp.a stößt sich an der zunehmenden Korruption in der Demokratischen Republik Kongo und über vielfache Menschenrechtsverletzungen in der Region.

Bart De Wever (Foto) , der Vorsitzende der N-VA, erinnerte jene Politiker, die glauben, ohne den Besuch des Königs würden die Beziehungen zum Kongo einen Rückschritt verzeichnen, daran , dass alle diplomatischen Initiativen nichts gebracht hätten:

„Der Zustand wird nicht besser: Ethnische Säuberungen, Plünderungen, Vergewaltigungen, Diebstahl, ein Versagen der zivilen Behörden auf allen Ebenen. Die belgische Anwesenheitspolitik hat nichts gebracht und deshalb haben wir auf einem solchen Fest nichts zu suchen.“