Kopftuchverbot in der Wallonie

Eine Mathematiklehrerin hatte gegen ihre Suspendierung geklagt, die verhängt worden war, weil sie ein Kopftuch trug. Das war auf Grund der jetzigen Rechtsgrundlage nicht zulässig, urteilte ein Richter in Mons. Mehrere französischsprachige Parteien reagieren auf die Entscheidung.

Am Freitag entschied das Berufungsgericht von Mons, dass eine muslimische Mathematiklehrerin aus Charleroi im Unterricht wohl ein Kopftuch tragen darf. Das war ihr im vergangenen September von der Schulleitung verboten worden. Weil sie sich weigerte das Kopftuch abzulegen, wurde sie vom Dienst suspendiert. Hiergegen klagte die Lehrerin erfolgreich.

Die Richter urteilten: ein Kopftuchverbot sei aufgrund der jetzigen Dekrete im französischsprachigen Unterricht nicht zulässig. Das wollen fast alle wallonischen Parteien nun ändern. In Zukunft sollen religiöse Symbole nur noch im Religionsunterricht erlaubt sein.

Lehrer in Gemeinschaftsschulen müssten neutral sein, findet die cdH-Parteivorsitzende Milquet. Die PS ist hiermit einverstanden und fordert eine Gesetzesinitiative. Laurette Onkelinx meint, man müsse den Richtern auch eine Handhabe geben, um das Kopftuchverbot im Unterricht durchsetzen zu können. Dem schließt sich Ecolo an. Didier Reynders von der MR erinnert daran, seine Partei habe einen entsprechenden Dekretentwurf bereits vorgelegt. Darüber müsse jetzt endlich abgestimmt werden.

Es sieht danach aus, dass das Kopftuchverbot in den Schulen schon bald auf dem Verhandlungstisch der wallonischen Regierung landet.