"Illegale Waffennetzwerke trockenlegen"

Innenministerin Annemie Turtelboom will strenger gegen den illegalen Handel mit Feuerwaffen vorgehen. Der Grund ist das Drama vom Sonntag in Bilzen, bei dem ein Vater seinen 15-jährigen Sohn und einen Polizisten erschoss. Der Täter benutzte offenbar eine illegale Waffe.

"In den letzten Wochen wurde einiges unternommen, um Netzwerke illegaler Waffen aufzudecken", sagte Turtelboom am Montag dem VRT-Radio.

"Wir müssen versuchen, das Waffenangebot trocken zu legen. Das muss eine unserer Prioritäten werden. Es wird dann viel schwieriger für Personen, die trotzdem eine Waffe kaufen wollen. Waffennetzwerke richten genauso wie Drogen viel Unheil an", so Turtelboom noch.

Polizist, ein gefährlicher Beruf

Der Zwischenfall vom letzten Wochenende hat auch Folgen für die Verhandlungen zwischen Ministerin Turtelboom und den Polizeigewerkschaften. Die verhandeln derzeit über ein Abkommen, in dem unter anderem von Einsparungen die Rede ist.

Die Polizeigewerkschaft NSVP hat das Abkommen gerade unterzeichnet, setzt aber ein großes "aber" darunter. Die freie Gewerkschaft für den öffentlichen Dienst VSOA wird erst später einen Entschluss hierzu fassen."Wir müssen unseren Leuten nun einen Text vorlegen, aber diese Leute haben gerade einen Kollegen verloren", sagt Jan Schonkeren von der VSOA.

"Man kann es ihnen nicht verübeln, dass sie zusätzliche Forderungen stellen oder Bitten haben, um zu unterstreichen, dass sie einen harten Beruf ausüben."

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