VRT streicht 279 Planstellen

Das Management des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Flanderns (VRT), zu dem auch flanderninfo.be gehört, wird sich in den kommenden Monaten von 279 Mitarbeiten trennen. Das Programmangebot wird entsprechend reduziert.

Dem flämische Rundfunk wurde von der Landesregierung ein Sparprogramm in Höhe von 65 Millionen Euro auferlegt. Um das umzusetzen, sieht sich die Geschäftsführung des Hauses gezwungen bis zum Jahresende 279 Planstellen zu streichen. Das ist in etwa ein Zehntel der gesamten Belegschaft.

Der Stellenabbau soll aber sozial verträglich, also auf freiwilliger Basis, gestaltet werden, d.h. betriebsbedingte Kündigungen soll es nicht geben. Über die genauen Bedingungen wird in den kommenden Wochen mit den drei Gewerkschaften des Rundfunks verhandelt. Etwa 90 Angestellte hätten sich schon bereit erklärt, die VRT zu verlassen.

„Es handelt sich also nicht um ein soziales Blutbad“, sagte Intendant Piet Van Roe (Foto) als er die Sparpläne der Presse präsentierte.
 

Auch am Programm sparen

Entsprechend gespart wird auch am Programmangebot und das sowohl im Fernsehen, im Radio und bei Online. Zusammengestrichen werden unter anderem die Sportsendungen und die eigene Fernsehfilmproduktion. Die Freitagabendshow im ersten Fernsehprogramm fällt weg und der Klassiksender Klara wird weniger Konzerte aufzeichnen oder live ausstrahlen. Pläne zum Ausbau des Online-Angebots verschwinden in der Mottenkiste.

Das gesamte Programmangebot muss 10 Prozent billiger werden. Im Info- und Kulturprogramm wird aber nur 5 Prozent gespart.

Bei den an private Produktionsfirmen ausgelagerten TV-Sendungen wird 25 Prozent gestrichen. In Zukunft soll 75 % Prozent des gesamten Fernsehprogramms hausintern produziert werden und nur noch ein Viertel extern.

Die VRT-Gewerkschaften kündigten an, für sie seien die Sparpläne inakzeptabel. Es sei unmöglich, mit einem Zehntel weniger Mitarbeiter dasselbe zu leisten, was der Rundfunk jetzt auf die Beine stelle, so ein Gewerkschafter. Vorerst werde aber nicht an Streik gedachte, hieß es bei einer anderen Gewerkschaft. Erst wenn endgültige Entscheidungen auf dem Tisch lägen, sei ein Arbeitskampf nicht auszuschließen.