Belgien bleibt länger in Afghanistan

Auf Bitten der Vereinigten Staaten verlängert unser Land sein Afghanistan-Mandat um ein Jahr und zieht erst Ende 2011 seine Soldaten aus dem Land ab. Diesen Entschluss hat die Regierungsspitze am Freitag gefasst.

Derzeit sind etwa 600 belgische Soldaten in Afghanistan stationiert: in der Hauptstadt Kabul, in Kunduz im Norden und in Kandahar im Süden. Sie sind zum Schutz des internationalen Flughafens und zur Ausbildung afghanischer Sicherheitstruppen dort abgestellt.

Die Mandatsverlängerung der belgischen Armee ist Teil der Afghanistan-Strategie, die Ende Januar bei der interantionalen Konferenz in London vereinbart wurde, betont Außenminister Steven Vanackere. Belgien bestätigt damit sein Engagement als internationaler Partner, heißt es noch.

Beschlossen wurde am Freitag, dass das belgische Militärengagement mit seinem heutigen Kontingent von 626 Mann 2011 bestehen bleibt. Es werde sich jedoch mehr auf die Ausbildung der Polizei konzentrieren, deshalb werden 28 zusätzliche Ausbilder nach Afghanistan entsendet.

Die Regierungsspitze vereinbarte außerdem, dass die Entwicklungshilfe für Afghanistan auf 13 Millionen Euro pro Jahr erhöht wird. Daneben wird Belgien in Kürze in der afghanischen Hauptstadt Kabul eine belgische Botschaft einrichten. Bisher unterhielt unser Land dort nur ein belgisches Büro.

Die US-Regierung hatte schon seit Wochen Druck auf die europäischen Nato-Mitglieder ausgeübt, sich stärker in Afghanistan zu organisieren. Dieser Bitte kommt Belgien also jetzt nach.