Merkel lässt Verhofstadt "erstaunen"

Belgiens Alt-Premier und heutiger EU-Parlamentarier Guy Verhofstadt hat Bundeskanzlerin Angela Merkel kritisiert. Diese hatte sich zuvor langfristig für die Möglichkeit zum Ausschluss eines Landes aus der Eurozone ausgesprochen.

Die deutsche Kanzlerin Merkel vertritt schon seit einiger Zeit die Auffassung, dass das hochverschuldete Griechenland keine Hilfe von der EU erwarten dürfe.

Die Finanzkrise Griechenlands habe die europäische Gemeinschaftswährung nach Ansicht der deutschen Bundeskanzlerin in ihre bislang schwierigste Lage gebracht.

Merkels Vorstoß, Haushaltssünder künftig im äußersten Fall aus der Euro-Zone auszuschließen, verurteilte der Vorsitzende der Liberalen-Fraktion, Guy Verhofstadt, am Donnerstag in Brüssel scharf.

Er sei "erstaunt', sagte er. "Das ist nicht das Europa, das wir jahrzehntelang aufgebaut haben", sagte er vor dem Thinktank Notre Europe in Paris. "Das ist nicht das Europa, das den Krieg durch die Zusammenarbeit und die Solidarität ersetzen sollte."

Der ehemalige belgische Regierungschef begreife auch nicht die häufig widersprüchlichen europäischen Reaktionen auf die Finanzkrise Griechenlands.

Allerdings befürwortet er die Idee eines Europäischen Währungsfonds (EWF) wie sie durch den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble hervorgebracht wurde. Dieser Plan wurde aber von Merkel eher zurückgewiesen.