Brüssel braucht mehr Schulen

In den nächsten fünf Jahren müssen mindestens 79 neue Schulen in Brüssel errichtet werden. Die Hauptstadt kann nicht mehr alle ihre Schüler unterbringen. Das hat das Brüsseler Institut für Statistik und Analyse errechnet.

Der größte Platzmangel herrscht in den Brüsseler Stadtteilen Sint-Joost-ten-Node, Sint-Gillis, Schaarbeek und Sint-Jans-Molenbeek. In diesen Stadtteilen hat nicht jedes Kind einen Schulplatz. Es handelt sich dabei sowohl um Kindergarten- und Grundschulplätze als auch um Plätze in der Sekundarstufe.

Dieser Platzmangel gilt für französischsprachige und niederländischsprachige Schulen und für die verschiedenen Unterrichtsarten.

Im Kindergarten wird zwischen 2010 und 2015 eine Zunahme von 7.265 Kindern erwartet. In fünf Jahren müssen deshalb mindestens 34 neue Kindergärten in der Region Brüssel eingerichtet werden.

In der Grundschule werden voraussichtlich 10.983 Schüler hinzu kommen und deshalb sind 39 neue Schulen nötig.

In der Sekundarstufe ist die Zunahme in den nächsten fünf Jahren etwas kleiner, da sich die geburtenstarken Jahrgänge dort erst später bemerkbar machen. Trotzdem müssen in der Hauptstadt etwa 6 weiterführende Schulen für 4.702 zusätzliche Schüler gebaut werden.

Marshallplan für das Unterrichtswesen

Der Brüsseler Ministerpräsident  Charles Picqué (kl. Foto), der die Studie des Brüsseler Statistikamts präsentierte, will, dass sich die zuständigen Autoritäten an einem Tisch versammeln, um nach einer Lösung für dieses Problem zu suchen.

"Wir müssen einen Marshallplan für das Unterrichtswesen erstellen", fordert Picqué. "Die Brüsseler Schulen sind in mehreren Stadtteilen schon jetzt überfüllt. Es gibt zu viele Schüler in zu wenig Klassenräumen." Nach den Osterferien will sich Picqué mit den zuständigen Ministern hierüber beraten.

Aus der Studie geht außerdem hervor, dass 16 Prozent der Brüsseler Schüler außerhalb von Brüssel wohnt. 3 Prozent kommt aus Wallonien, 13 Prozent kommt aus Flandern. 

Obwohl also eine Mehrheit der Nicht-Brüsseler aus Flandern kommt, besucht die Mehrheit der Nicht-Brüsseler Schüler den französischsprachigen Unterricht in der Hauptstadt.