Brüsseler Anwalt Modrikamen angeklagt

Der Brüsseler Unternehmensanwalt Modrikamen ist wegen möglicher Verwicklung in einen Fall von Geldwäsche im Konkursverfahren der Bekleidungsmarke Donaldson unter Anklage gestellt worden. Das bestätige er am Donnerstag selbst.

Verfügt hat die Anklageerhebung der Brüsseler Untersuchungsrichter Claise. Donnerstagabend war Modrikamen ein zweites Mal verhört worden. Am Montag bereits hatte eine stundenlange Vernehmung stattgefunden. Außerdem durchsuchten Ermittler seine Kanzlei.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt ihn, 2008, kurz vor dem Konkurs des Bekleidungsunternehmens Donaldson sein Anwaltskonto für die Einzahlung von Firmengeld zur Verfügung gestellt zu haben. Modrikamen war damals Anwalt des Unternehmens und war auch eine Zeit lang der Vorstandsvorsitzende.

Der im französischsprachigen Belgien sehr bekannte und wortgewaltige Jurist, der die Kleinanleger in der Fortis-Affäre vertreten hatte, weist alle Vorwürfe zurück und spricht von einer politischen Abrechnung.

Vor einigen Monaten gründete er eine neue rechtsliberale Partei (Parti populaire oder Volkspartei), die er als Alternative für die etablierten Parteien in der Wallonie präsentierte.