Wieder mehr Fälle von Sterbehilfe

Im vergangenen Jahr wurden in Belgien rund 700 Fälle von legaler Sterbehilfe registriert. Das sind 200 mehr als im Jahr 2008, wie die flämische Tageszeitung "Gazet Van Antwerpen" meldet.

Aber, die Dunkelziffer soll wesentlich höher liegen, wie Fachleute beobachten.

Nach Angaben von Beobachtern wird in unserem Land nur knapp ein Viertel aller Euthanasie-Fälle den Behörden gemeldet.

Viele Ärzte fürchten trotz entsprechender Gesetze eventuelle juristische Probleme, wie Professor Wim Distelmans (Foto), ein Fürsprecher von humaner Sterbehilfe in Belgien, berichtet:

„In ganz Belgien wird in der Tat nur einer von vier Fällen registriert. Offensichtlich wird in Flandern aber besser registriert, als im französischsprachigen Landesteil Belgiens. Wir vermuten, dass flämische Ärzte leichter bereit dazu sind, auf Bitten im Euthanasie einzugehen.“ Rund 80 % der Euthanasie-Fälle werden im belgischen Bundesland Flandern gemeldet.

In Wallonien herrscht nach Ansicht von Professor Distelmans offenbar eine eher paternalistische Vorgehensweise, bei der der Mediziner die Beschlüsse über den Patienten fällt und nicht umgekehrt

Willenserklärung

Ein weiterer Anstieg wird bei den Willenserklärungen, die Sterbehilfe betreffend, festgestellt. Dabei kann individuell der Wunsch festgelegt werden, Sterbehilfe empfangen zu können, falls man in ein Koma fällt und nicht mehr selbst über sein Schicksal entscheiden kann.

Bisher haben etwa 15.000 Belgier eine solche Willenserklärung unterschrieben.