Atomium und VRT machen Lichter aus

Über 320 belgische Gemeinden von 589 haben an der weltweiten Aktion "Stunde für die Erde" der Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) teilgenommen, um ein Zeichen für den Klimaschutz zu setzen.

Am Samstagabend zwischen 20.30 und 21.30 Uhr gingen auch in vielen belgischen Gebäuden die Lichter aus, um für mehr Umweltbewusstsein zu werben.

In Brüssel wurde es in den wichtigsten administrativen Gebäuden und Denkmälern dunkel, so zum Beispiel im Atomium und im Sendeturm unseres Sender VRT. Auch die Autobahnen blieben für ein Stunde finster, nur Autobahnkreuze und Autobahnzu- und -abfahrten wurden beleuchtet. Straßenlaternen blieben allerdings an.

Privatpersonen wurden ebenfalls gebeten, die Lichter auszumachen.

Jan Derom von WWF zufolge hätten allein in Belgien rund 750.000 Menschen an der Aktion teilgenommen. Das habe man aus dem Rückgang des Stromverbrauchs interpretieren können.

Laut dem belgischen Stromnetzbetreiber Elia betrug der Rückgang des Verbrauchs 2 bis 3 Prozent oder im Durchschnitt 200 Megawatt mit Spitzen im Elektrizitätsverbrauch von 300 Megawatt. Man kann das mit etwa 2 Millionen alten Glühbirnen von 100 Watt vergleichen, die nicht angemacht wurden.

Auf der ganzen Welt

Die "Earth Hour" gibt Millionen von Menschen eine globale Plattform, auf der sie ihre Betroffenheit über die verheerenden Folgen des Klimawandels äußern können", sagte James Leape, WWF- Generaldirektor in einer Mitteilung.

Es war bereits das vierte Mal, dass die Aktion "Licht aus - Klimaschutz an!" statt fand. Dieses Mal haben sich Menschen in 125 Ländern beteiligt. Die erste derartige Aktion im Jahr 2007 fand lediglich in Sydney statt. Im Jahr 2008 beteiligten sich 35 Länder, 2009 waren es 88.

Entlang der Zeitzonen rollte die "Earth Hour" einmal um den Erdball: sie startete um 20.30 Uhr Ortszeit in der Oper und auf der Brücke von Sydney, Australien. Dann gingen auch in Taiwan, Indien und China die Lichter aus genauso wie in der Verbotenen Stadt in Peking (kleines Foto).

Danach folgten unter anderen Russland, Deutschland und Frankreich. In Paris lag der Eiffelturm im Dunkeln.

Vor dem Hintergrund des größtenteils missglückten Klimagipfels in Kopenhagen sei die Aktion WWF zufolge in diesem Jahr besonders nötig gewesen.

Wie viel Energie in der einen Stunde eingespart wird, ist nach Angaben der Organisatoren schwer zu beziffern. Aber allein die Tatsache, dass so viele Orte dabei sein wollten, setze ein Zeichen, dass der Klimawandel viele Menschen mit Sorge erfülle.

Andy Ridley, der Mann auf den die Idee der "Earth hour" zurückgeht, hofft, dass in diesem Jahr doch noch ein allgemeiner und verbindlicher Plan vorgelegt werde, der die Länder verpflichtet, ihren CO2-Ausstoß einzuschränken.