"Bei Islamkritik braucht man Polizeischutz"

Mehrere radikale Moslems haben am Mittwochabend eine Lesung des in Belgien lebenden niederländischen Schriftstellers Benno Barnard gestört. Barnard wollte auf Einladung der Freisinnigen der Universität von Antwerpen eine Lesung unter dem Titel „Die Islamdebatte: Es lebe Gott, weg mit Allah“ geben.

Benno Barnard, der für seine kritische Haltung gegenüber dem Islam in Europa bekannt ist, gab an, dass der Titel der Veranstaltung schon gereicht habe, die Lesung mit anschließender Diskussion zu stören, bevor er auch nur drei Sätze gesprochen habe.

„Zu meiner großen Überraschung saßen am Anfang der Lesung eine Menge Moslems in der Aula. Schnell wurde deutlich, dass die nicht nur um zuzuhören gekommen waren. Per SMS und über die Internetseite „sharia4belgium“ war zum Stören meiner Lesung aufgerufen worden“, so der Autor.

Benno Barnard (Foto) hatte offenbar schon vorher von der geplanten Aktion gehört und eine Leibwache mitgebracht. Auch die Polizei wusste bescheid, kann aber nur eingreifen, wenn es zu Tätlichkeiten kommt.

„Wir leben im Jahr 2010 und trotzdem hat man Polizeischutz nötig, wenn man sagen will, dass man ein Problem mit dem Islam hat. Das kann doch nicht sein!“, so der Autor, der Klage einreichen will. „Hätte ich keinen Leibwächter gehabt, hätte ich den Vorfall wohl nicht mehr erzählen können“, so der Autor abschließend.

Die Störenfriede wurden zum Verlassen der Aula der Uni aufgefordert und von der anwesenden Polizei zum Ausgang begleitet. Niemand wurde verhaftet und es kam nicht zu Tätlichkeiten.

Titel sollte Debatte auslösen

Alain Verschoren, der Rektor der Antwerpener Universität, sagte, dass der Titel „Die Islamdebatte: Es lebe Gott, weg mit Allah“ zwar provoziere, doch damit sollte eine Debatte in Gang kommen. Dazu kam es dann nicht mehr.

„Ich finde es schade, dass die Chance für einen Dialog nicht gegeben war, da die Lesung schon gestört wurde, bevor sie beginnen konnte.“

Rektor Verschoren will auch „extremen Ansichten“ eine Chance zum Dialog einräumen. Allerdings gibt Schriftsteller Benno Barnard an, keine extreme Meinung zu verkünden.