Letzte Belgier aus Kosovo abgezogen

Die letzten 14 belgischen Soldaten haben ihren Einsatzort im Kosovo verlassen. Mehr als 10 Jahre lang war Belgien im Rahmen von Nato- und KFOR-Einsätzen in der früheren serbischen Provinz präsent. Der Großteil der belgischen Truppen verließ das Kosovo bereits im Februar.

Die 14 letzten belgischen Soldaten gehörten noch zu einem KFOR-Einsatz der Nato. Unser Land nahm seit 1999 an den Einsätzen der Nato-Friedenstruppen teil.

Teilweise hielten sich bis zu 1.100 bewaffnete belgische Soldaten in der von Serbien abtrünnigen Provinz auf. Seit dem Abzug der Belgier aus der Region Mitrovica haben französische Truppen deren Aufgaben und auch das Kommando dort übernommen.

Das Kosovo hatte im Februar 2008 einseitig die Unabhängigkeit ausgerufen.

Im Laufe der Jahre war die belgische Präsenz im Kosovo sukzessive in Absprache mit der KFOR abgebaut worden. Zudem beschloss die Nato bereits im Juni des vergangenen Jahres, die Truppenzahl dort zu verringern. Schließlich ist die Region nach der Unabhängigkeit 2008 deutlich sicherer geworden.

Das war früher einmal anders. Nach dem Zerfall des Vielvölkerstaates Jugoslawien herrschten Hass, Vertreibung ethnische Säuberungen und Mord in der Region. Auch im Kosovo kam es zu Gewalttaten zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. Erst die Präsenz der internationalen Friedenstruppen konnte für Ruhe sorgen.

Die mehrheitlich von Albanern bewohnte Provinz Kosovo wurde am 17. Februar 2008 von Serbien unabhängig (Foto). Insgesamt erhielt das Kosovo Anerkennung durch 65 Staaten in der Welt, darunter die USA und auch Belgien. Zudem erkannten 22 der 27 EU-Mitgliedsstaaten das neue Land an.