Kris Peeters mit besten Umfragewerten

Nach der jüngsten Meinungsumfrage des flämischen Rundfunks VRT und der Tageszeitung „De Standaard“ ist Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) mit Abstand der beliebteste Politiker im Land. Belgiens Premierminister Yves Leterme (CD&V) steht in Flanderns Beliebtheitsliste auf Platz drei.

Auffallend ist auch, dass die flämischen Liberalen Open VLD nach längerer Talfahrt wieder bessere Umfragewerte vorlegen. Im vergleich zu den flämischen Landtagswahlen 2009 legen die Liberalen mit 2,5 % zu. Stärkste Partei ist und bleibt aber die christdemokratische CD&V, die einzige Partei im belgischen Bundesland Flandern, die mehr als 20 Prozentpunkte vorweisen kann.

Flanderns Landesvater Kris Peeters (CD&V) genießt das Vertrauen von 64 % aller Befragten und baut seinem Vorsprung um 6 weitere Prozent aus. Ihm folgt Bart De Wever (Foto), der Vorsitzende der flämischen Nationaldemokraten N-VA.

Dahinter, auf Platz 3, steht Belgiens Premierminister Yves Leterme, Peeters’ Parteikollege, mit 55 % Vertrauen.

Ex-Premier Guy Verhofstadt (Open VLD und heutiger Fraktionsvorsitzender der Liberalen im Europaparlament) rutscht von Platz 2 auf den sechsten Rang ab.

Auffallend auch der von seiner Partei ausgemusterte flämische Sozialist und frühere Bundes- und Landesminister Frank Vandenbroucke. Der sp.a-Mann auf Sparflamme steht immer noch auf Rang 4 der Beliebtheitsskala!

Comeback der flämischen Liberalen

Die aktuelle Umfrage von VRT und „De Standaard“ lässt die Open VLD hoffen. Im Vergleich zur eher desaströsen flämischen Landtagswahl im Juni 2009 machen die Liberalen 2,5 % gut. Unter ihrem neuen Vorsitzenden Alexander De Croo scheint die Partei wieder aufzuerstehen.

Stärkste Kraft im belgischen Bundesland Flandern bleibt nach wie vor die christdemokratische CD&V mit 22,2 %. Das ist zwar ein leichter Rückgang von einem Prozentpunkt, doch bleiben die Christdemokraten Flanderns einzige Partei, die über 20 % der Stimmen auf sich vereinigen kann.

Zweitstärkste ist die Open VLD mit 17,6 % dicht gefolgt von der sozialistischen sp.a (15,9 %) und der regionalistischen N-VA (14,8 %).

Dahinter ebenfalls knapp der rechtsradikale Vlaams Belang mit 14 %. Die Rechten verlieren 1,4 % im Vergleich zu den letzten Landtagswahlen.

Flanderns Grüne Groen! legen 1,3 % zu und genießen das Vertrauen von 8,1 % der flämischen Wähler. Interne Probleme und Querelen bei der Wahl zum neuen Vorsitzenden haben der populistischen LDD von Ex-Judo-Nationaltrainer Jean-Marie Dedecker keinen Gefallen getan. Die Lijst Dedecker muss weitere 0,4 % abgeben und strandet bei 7,8 Prozentpunkten.

Andere Umfrage, andere Ergebnisse

Die frankophone Tageszeitung „La Libre Belgique“ stellt in ihrer neuesten Meinungsumfrage für die flämische Parteienlandschaft in Belgien ganz andere Resultate fest.

Hier sind zwar auch die Christdemokraten der CD&V mit 20 % stärkste Kraft, doch „La Libre“ sieht die flämischen Nationalisten auf weitaus stärkerer Position, wie die VRT und „De Standaard“ in Flandern selbst.

Nach der „La Libre“-Umfrage soll die nationaldemokratische N-VA 17,9 % der flämischen Stimmen erhalten und der rechte Vlaams Belang immerhin noch 17,3 %. Flanderns Sozialisten, Liberale, Grüne und Populisten tauchen erst danach auf.

Unterschiedliche Methoden

„La Libre Belgique“ beruft sich zum ersten Mal auf eine Online-Umfrage bei 750 Wählern in Flandern. Doch Medienbeobachter stellen fest, dass sich populistische, rechte und extreme Wähler eher auf solche Umfragen einlassen, als gemäßigte und demokratische Zeitgenossen.

Unser Haus, die VRT, und die flämische Tageszeitung „De Standaard“ arbeiten mit zufälligen Stichproben bei 1.000 Menschen über Festnetz- oder Mobiltelefon.