Clijster siegt souverän in Miami

So effektiv war Kim Clijsters noch nie: In nur 58 Minuten fegte die US-Open-Siegerin aus Flandern/Belgien Venus Williams (USA) 6:2, 6:1 vom Platz und gewann zum zweiten Mal nach 2005 das Tennisturnier von Miami.

Durch den dritten Turniersieg seit ihrem Comeback Ende August kehrt die 26-Jährige zudem erstmals wieder zurück in die Top Ten der Tennis-Welt. „Ich spiele besser als je zuvor“, erklärte Clijsters nach dem 36. Turniersieg ihrer Karriere, „als Mutter muss man seine Zeit gut einteilen und im Training und im Turnier fokussiert sein, um genügend Zeit für meine Tochter Jada zu haben.“ Ihre zweijährige Tochter winkte vergnügt auf der Tribüne.

Kaum war der Coup in der Sonne Floridas vollbracht, freute sie sich bereits auf die Heimreise nach Belgien. „Ich kann es kaum erwarten, zu Hause wieder eine ganz normale Mutter zu sein“, verriet die ehemalige Weltranglisten-Erste, die trotz des glanzvollen Sieges über die hoffnungslos überforderte Venus Williams ihre begrenzte Zahl an Turnierstarts nicht erhöhen will. „Das Gleichgewicht zwischen Tennis und Familie ist mir extrem wichtig“, so Clijsters. 700 000 Dollar strich sie für ihre Machtdemonstration in Miami ein.

Dabei hatte Venus Williams zuvor 15 Einzel in Folge und dabei die Turniere von Dubai und Acapulco gewonnen. In Miami hatte sie zuletzt 2001 triumphiert, doch diesmal war sie chancenlos. Mit Bandagen an beiden Beinen kassierte sie vor den Augen ihrer Schwester Serena im zwölften Duell gegen Clijsters die sechste Niederlage. 30 vermeidbare Fehler waren zu viel gegen die ehemalige Nummer eins, die von Beginn an aufs Tempo drückte. „Ich hatte körperlich nicht den besten Tag, dazu die vielen leichten Fehler, es war eine mentale Schlacht für mich“, analysierte Venus Williams, bereits dreimal Siegerin in Miami. 

Kim Clijsters hatte keine Probleme

In der einseitigen Partie war Kim Clijsters nie gefährdet. Nicht nur die 17 Punkte in Serie im zweiten Durchgang waren ein deutlicher Beweis ihrer Überlegenheit. Nach dem emotionalen Halbfinal-Sieg gegen Justine Henin war das Endspiel für Clijsters „weniger anstrengend als ein Ausflug auf den Spielplatz mit ihrer Tochter“, kommentierte die „New York Times“ süffisant.

Nur die Konstanz ist bei Clijsters noch ein Problem. Ihren großartigen Siegen bei den US Open und in Brisbane stehen frühe Niederlagen bei den Australian Open und in Indian Wells gegenüber - und jetzt stehen für sie die ungeliebten Sandplatzturniere an. „Auch darauf freue ich mich“, erzählte die strahlende Siegerin überraschend. Der Blickwinkel ändere sich eben, wenn man zu Hause eine Familie habe. (mit dpa)