Experten warnen vor Superbakterie

Die Fachwelt warnt vor einer neuen Superbakterie, die so genannte ESBL-bildende Bakterie. Sie produziert Stoffe, die auf die meisten Antibiotika nicht reagieren.

Die Bakterie kann sowohl Mensch als auch Tier befallen.

Auf einem Kongress in Wien soll die Gefahr der Bakterie eingeschätzt werden.

Der Antwerpener Professor Herman Goossens ist ebenfalls in Wien vertreten. Er geht davon aus, dass 5 bis 10 Prozent der belgischen Bevölkerung die Bakterie bereits in sich trägt. Das haben mehrere kleine Studien ergeben.

Man müsse dringend gegen die ESBL-bildenden Bakterien vorgehen, betont er. Es handelt sich um eine Form der E.coli-Bakterie, die am häufigsten vorkommende Bakterienart im Darm des Menschen.

Sie werden zum Problem, wenn sie eine Infektion verursachen, gegen die die herkömmlichen Antibiotika nicht mehr wirken.

Ärzte müssen dann zu viel schwereren Antibiotika greifen, aber laut britischen Forschern sollen die ESBL-bildenden Bakterien auch hiergegen bereits resistent sein.

Eine Ansteckung mit ESBL-bildenden Bakterien kann sehr ernsthafte Folgen haben: Blasen-, Lungen- und Darmentzündungen und Infektionen der Lungen und des Blutes.

Das Problem der ESBL-bildenden Bakterien sei viel größer als das der Krankenhausbakterie MRSA, unterstreicht Goossens noch. Die Probleme, die beide Bakterien hervorriefen seien zwar vergleichbar, aber MRSA sei viel einfacher zu bekämpfen als die ESBL-bildenden Bakterien, heißt es.