Keine Gnade bei Verstoß gegen Rauchverbot

Drei Monate nach Inkrafttreten des Rauchverbots in Kaffees und Brasserien, in denen Essen angeboten wird, soll strenger gegen Besitzer oder Pächter vorgegangen werden, die sich nicht an das Verbot halten. "Ein fehlender Aufkleber geht durch, ein Aschenbecher auf der Theke wird jedoch sanktioniert."

Ende letzten Jahres einigten sich Kammer und Senat über die Einführung eines allgemeinen Rauchverbots in Hotels, Gaststätten und Kaffeehäusern. Stichtag soll im Juli 2014 sein. In Gaststätten gilt das Rauchverbot schon seit einigen Jahren. Seit Anfang 2010 wurde das Verbot auch auf Kaffeehäuser und Brasserien, in denen Essen serviert wird, erweitert. Hier dürfen Zigaretten nur noch in einem separaten Raucherzimmer angezündet werden.

Das Gesundheitsamt hatte bereits zur Einführung des erweiterten Rauchverbots präventive Kontrollen angekündigt. Es wollte zunächst vor allem informieren und die Branche für das Verbot sensibilisieren. Zwischen 8.000 und 9.000 Einrichtungen soll das Gesundheitsamt in den ersten drei Monaten kontrolliert haben.

Geduldet wurde einiges, aber jetzt sei die Anlaufzeit vorbei, hieß es. "Wer dem Rauchverbot nicht nachkommt, wird bestraft", betont Paul Vandenmeerssche vom Gesundheitsamt. "Nach drei Monaten sollte jeder ausreichend über das Rauchverbot informiert sein. Ein fehlender Aufkleber geht gerade noch durch, ein Aschenbecher auf der Theke wird jedoch gnadenlos sanktioniert", schreiben die Zeitungen De Standaard und Het Nieuwsblad.

Nicht alle Brasseriebetreiber waren auf das Rauchverbot ausreichend vorbereitet. Sie fanden, dass sie zu wenig Zeit hatten, um die neue Gesetzgebung umzusetzen. Sie befürchteten außerdem einen Einkommensverlust. Führen sie das Rauchverbot ein, bleiben die Raucher fern. Sie können sich auch für die Raucher entscheiden, müssen dann aber auf die Speisekarten und damit auf die Essensgäste verzichten.

Genaue Zahlen zu den Einrichtungen, die sich für das Angebot von Speisen und das Rauchverbot entschieden haben, liegen dem Gesundheitsamt und dem Hotel-, Gaststätten- und Kaffeegewerbe Flandern offenbar noch nicht vor.