Blauhelme: Schneller Abzug aus dem Kongo?

In den kommenden Tagen wird eine Delegation der Vereinten Nationen mit Kongos Präsident Joseph Kabila über einen Abzug der Blauhelme aus seinem Land verhandeln. Auch Belgien ist für einen stufenweisen Abzug.

Die Regierung Kabila im Kongo möchte schon länger, dass die UN-Blauhelme die Demokratische Republik verlassen, doch Ban Ki-moon, der Generalsekretär der Vereinten Nationen, will das Mandat der so genannten MONUC-Mission verlängern.

Nach Ansicht von Kongos Präsident Joseph Kabila (Foto) könnten die ersten Blauhelme die Konfliktregion im Osten des zentralafrikanischen Staates bereits Ende Juni verlassen.

Am 30. Juni feiert Kongo den 50. Jahrestag der Unabhängigkeit von Belgien - ein symbolisches Datum für den Kongo. Bis 2011, so Kabila, könnten alle UN-Soldaten abgezogen sein.

So schnell will Ban Ki-moon nicht vorgehen, denn er will das Mandat eher etwas verlängern, weil die Konfliktregion im Osten des Kongo noch nicht zur Ruhe kommt.

Zu forsche Ambitionen?

Auch Belgiens Außenminister Steven Vanackere (CD&V - Foto) will noch keinen sofortigen Abzug, obschon er das Drängen der kongolesischen Regierung versteht  und geneigt ist, darauf einzugehen. Er will, dass die Blauhelme noch mindestens ein Jahr lang vor Ort bleiben.

Nach Ansicht Vanackeres ist die kongolesische Regierung in dieser Frage etwas übereifrig:

„Die Regierung im Kongo will, dass die Blauhelme schnell abziehen. Sie will damit zeigen, dass ihre Sicherheitsambitionen auch ohne ausländische Truppen gewährleistet ist.“

Außenminister Vanackere wird Ende April nach New York zu den Vereinten Nationen reisen, um dort gemeinsam mit Ban Ki-moon die Frage zu diskutieren. Er will den Abzug eher an Bedingungen und Zielsetzungen koppeln und nicht unbedingt an Daten.