Die Zahl der bewaffneten Überfälle steigt

Die Zahl der bewaffneten Überfälle in Belgien steigt stetig weiter an. In den letzten drei Jahren nahm die Zahl nach Statistiken der Polizei um rund 20 % zu. Auch in diesem Jahr hält dieser triste Trend weiter an, wie einige Überfälle auf Juweliere in den vergangenen Tagen beweisen.

„Es ist nicht so einfach, um jetzt schon zu sagen, dass sich der Anstieg weiter durchsetzt, doch wenn wir die Überfälle auf Juweliere in den letzten Tagen sehen, scheint sich der steigende Trend doch zu bestätigen“, sagte Eddy De Raedt, der Chef der belgischen Bundespolizei am Mittwochmorgen.

Nach Ansicht De Raedts werden die Täter dabei immer jünger:

„Einerseits gibt es einen harten Kern von Kriminellen, die professionell zu Werke geht, doch daneben haben wir eine stets wachsende Gruppe von Jüngeren, die sehr schnell und einfach zur Waffe greifen und damit Straftaten begehen.“

Die meisten bewaffneten Überfälle kommen in den großen Städten vor, wobei Belgiens Hauptstadt Brüssel trauriger Spitzenreiter ist.

Juwelier bleibt in U-Haft

Der Juwelier aus dem Brüsseler Stadtteil Schaarbeek, der am Montag einen Verbrecher, der seinen Laden überfallen hatte, erschoss, bleibt in Untersuchungshaft. Gegen den Mann wird wegen Totschlag und versuchten Mordes ermittelt.

Der Juwelier handelte offenbar in Selbstjustiz und nicht in Notwehr, denn die beiden Verbrecher wurden in den Rücken getroffen. Einer der beiden starb sofort, der andere wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Zudem hatte der Schütze keinen Waffenschein und seine Waffe wird als illegal eingestuft.

Polizei, Innenministerium und Mittelstandsverbände rufen Geschäftsleute dazu auf, auf keinen Fall Selbstjustiz zu üben. Der Verband der Juweliere und Uhrenhändler rät dazu, entsprechende Versicherungen abzuschließen und Sicherheitssysteme und Überwachungskameras einzubauen.