Belgien: "Noch mehr Arbeitslose"

Laut einer europäischen Studie des Beratungsbüros Ernst&Young würden die Arbeitslosenzahlen in Belgien im Herbst einen Höhepunkt erreichen.

Der Konjunkturrückgang scheint in der Eurozone zur Vergangenheit zu gehören, aber es gibt keinen Grund, erleichtert zu sein", sagt Gust Herrewijn von Ernst&Young Belgien.

Laut Studie werde die Wirtschaft in der Eurozone erst 2012 wieder anziehen. "Bis dahin wird die Wirtschaft flau bleiben", sagt Geert Noels (Foto), ein belgischer Wirtschaftswissenschaftler, der an der Studie von Ernst&Young mitarbeitete.

Die Arbeitslosigkeit in Belgien stieg von 6,6 Prozent im Mai 2008 auf 8,1 Prozent im Dezember 2009. In der zweiten Hälfte von 2010 wird ein Höhepunkt der Arbeitslosenquote von 8,4 Prozent der erwerbstätigen Bevölkerung erreicht, sagt die Studie von Ernst&Young voraus. Der Anteil liegt noch stets unter dem Durchschnitt der Arbeitslosenquote in Europa. Diese beträgt 10,3 Prozent.

Belgien schneidet im Durchschnitt besser als andere Länder der Eurozone ab, liegt aber unter dem Durchschnitt der Kernländer", so Geert Noels. "Das ist also nicht dramatisch, aber wir werden zusätzliche Anstrengungen unternehmen müssen."

Dass die belgische Arbeitslosigkeit nicht dramatisch ist, sei laut Studie von Ernst&Young unter anderem auf einige Maßnahmen der Regierung zurückzuführen. Trotzdem reichten diese Maßnahmen nicht aus, um zu vermeiden, dass die Beschäftigung in unserem Land weiter abnimmt, warnt der Bericht. 

2010 erholt sich Handel langsam

Die Erholung des Handels wird in Belgien sehr zäh verlaufen, denn das langsame Wachstum unserer wichtigsten Handelspartner verzögert den belgischen Export.

Das Bruttoinlandsprodukt wird über das ganze Jahr um 1,4 Prozent zunehmen. Das ist im Vergleich zu anderen Ländern der Eurozone nicht schlecht.

2010 wird sich der internationale Handel laut Ernst&Young erholen. Die amerikanische und asiatische Wirtschaft werden in diesem Jahr auch noch eine Erholung ihrer Wirtschaft erleben.