Wölkchen Hoffnung: Luftraum teils geöffnet

Auf dem Brüsseler Flughafen von Zaventem ist am Dienstagmorgen der erste Flieger mit Passagieren an Bord seit rund 5 Tagen gelandet. Die Maschine kam aus der türkischen Stadt Antalya. Der Luftraum über Belgien ist seit Dienstag 8 Uhr wieder teilweise geöffnet.

Am Mittag sollen auch Flugzeuge von Zaventem aus starten dürfen. Einige Flüge nach Afrika stehen bereits auf dem Flugplan.

Die meisten Abflüge sind jedoch für den Nachmittag vorgesehen.

Die Auslastung des Flughafens beginnt zunächst mit 50 Prozent. "Das heißt, dass nur die Hälfte der beantragten Slots vergeben werden", hieß es am Flughafen.

Die europäischen Staaten hatten sich am Montag auf das Verfahren geeinigt, wonach Fluggesellschaften Sonderflüge beantragen können. Der europäische Luftraum sollte ab Dientagmorgen 8 Uhr schrittweise wieder geöffnet werden. Er soll in drei Zonen eingeteilt werden und nur dort geschlossen bleiben, wo eine bestimmte Konzentration der Asche überschritten wird.

Noch keine Flüge mit Jetair und Thomas Cook

Die Reiseveranstalter Thomas Cook und Jetair planen am heutigen Dienstag noch keine Flüge via Brüssel.

Sie fliegen ihre Kunden noch stets nach Südeuropa, um sie von dort aus mit Bussen nach Belgien zurückzubringen.

Die Regierung hat drei Militärmaschinen für die Repatriierung gestrandeter Passagiere zur Verfügung gestellt. Das hat die Regierungsspitze beschlossen.

Derzeit sind rund 25.000 Belgier wegen der Achewolke im Ausland blockiert.

Eine erste Militärmaschine soll gegen 14 Uhr nach Dakar in den Senegal abfliegen. Dort sitzen 1.000 Landsmänner fest. Am Dienstagabend soll noch ein Airbus der Armee nach Kinshasa in den Kongo fliegen. Auch dort sind rund 1.000 Belgier blockiert.

Laut dem Staatssekretär für Verkehr Etienne Schouppe sollten am Dienstag und Mittwoch so viele Belgier wie möglich nach Hause geflogen werden. Derzeit ist der Luftraum über Belgien frei, aber Schouppe befürchtet, dass sich die Situation schon in ein paar Tagen wieder verschlechtern wird.

Für einen eventuellen Schadensersatz müssten sich die Fluggesellschaften an die Europäische Union wenden, betont die Regierung. Der Staatssekratär für Verkehr Etienne Schouppe weist daraufhin, dass Europa das Flugverbot verhängt habe.

Alle sechs Stunden neue Einschätzung

Alle sechs Stunden überprüft Eurocontrol im Auftrag der EU die Lage der Vukanaschewolke, die im europäischen Flugverkehr für Chaos sorgt.

Die Entwicklung der drei Zonen wird auf diese Weise aktualisiert: eine Zone, in der sämtlicher Flugverkehr zugelassen ist, zum Beispiel im Mittelmeerraum; eine Zone, in der sämtlicher Flugverkehr verboten bleibt und eine Zone mit relativ leichten Ascheteilchen, in der in Korridoren geflogen werden darf.

Leitfaden ist und bleibt die Sicherheit. Die Wiedereröffnung von begrenzten Flugräumen in Frankreich und der Schweiz wurde schon wieder durch eine neue Aschewolke, die nach Großbritannien zieht, gefährdet. Das Risiko, dass ein Schwestervulkan des Eyjafjallajökull ausbricht, ist groß.

Einige europäische Länder haben das Flugverbot inzwischen überigens schon wieder verlängert, weil eine neue Aschewolke aufgestiegen ist. In Dänemark dürfen bis Mitternacht keine Flugzeuge starten oder landen, in Irland gilt das Verbot bis Dienstagmittag 12 Uhr.

British Airways hat alle Kurzstrecken- und Mittelstreckenflüge für Dienstag abgesagt.