Ausländische Presse: "Belgiens Lähmung"

Die Nachrichten zur Regierungskrise in Belgien hat auch in der ausländischen Presse viel Beachtung gefunden. Jeder legt den Streit um den Wahlkreis Brüssel-Halle-Vilvoorde auf seine Weise aus.

So schreibt Anja Ingenrieth in ihrem Kommentar in der RHEINISCHEN POST: "Dem Land droht die Lähmung - ausgerechnet zwei Monate, bevor es den rotierenden EU-Ratsvorsitz übernimmt. Dabei braucht Europa in Zeiten der Euro-Krise vor allem eins: Gemeinschaftsgeist und politische Führung."

Die WELT meldet, dass Leterme II auch ohne die Open VLD über eine Mehrheit verfügt.

Für die FRANKFURTER RUNDSCHAU-ONLINE ist "denkbar, dass Leterme geschäftsführend im Amt bleibt und Zeit bekommt, sich nach neuen Partnern umzusehen."

Die SÜDDEUTSCHE ZEITUNG will gar schon wissen, wie sich der König entscheiden wird. "Der König sagt nein", lautet hier die Überschrift.

Bei den ARD Spätnachrichten war die Krise nur eine Kurznachricht Wert. Auf der ARD Website tagesschau.de hingegen steht ein etwas längerer Bericht, in der die Situation  erklärt wird.

Die spanische Zeitung El PAIS weist daraufhin, dass der Konflikt vor allem der Wirtschaft schaden könne.

Bei anderen Zeitungen waren die Schlagzeilen wiederum um einiges shreiender. So titelt die britische Tageszeitung THE INDEPENDENT: "Belgium at war" und die französische Zeitung LE MONDE warnt vor einem "definitiven Bruch zwischen Flamen und Französischsprachigen."

Der Fernsehsender TV5 spricht sogar über den "Sprachenkrieg in Belgien" und FRANCE24 weist noch daraufhin, dass dieser Steit die Abstimmung über das Burkaverbot gefährdet hat. Die Abstimmung musste verschoben werden. Es wäre das strengste Verbot dieser Art in Europa.

Die niederländische Zeitung NRC HANDELSBLAD veröffentlichte wiederum ein "Belgisches Politikwörterbuch: Wetstraßler" mit dem Untertitel: "B-H-V ist ein kompliziertes Puzzel, das die belgische Politik bildhaft wiedergibt. Ein kleines erklärendes Wörterbuch."

"That's no big deal", heißt es hingegen in einer türkischen Zeitung, die daran erinnert, dass es hierbei schließlich nicht um die erste belgische Krise gehe.