Vinokourov gewinnt Lüttich-Bastogne-Lüttich

Der letzter Frühjahrsklassiker der belgischen Radsportsaison wurde entgegen jeder Tradition nicht an der "Côte de la Redoute" entschieden, sondern erst rund 20 km später in "La Roche-aux-Faucons". Gewonnen hat der Kasache Alexandr Vinokourov.

Bis dahin ließ Lüttich-Bastogne-Lüttich an Spannung vermissen. Sogar der berühmt-berüchtigte Anstieg an der "Côte de la Redoute“ (Foto mit Anfeuerung für Lokalmatador Philippe Gilbert) wurde eher von der zweiten Garde der Radprofis bestimmt.

Die für diesen Klassiker erwartete Spannung kam erst rund 20 km später an der "Roche-aux-Faucons“, als Philipe Gilbert und Andy Schleck sich fanden und ausbrachen, dicht gefolgt von Alejandro Valverde und Weltmeister Cadel Evans.

Doch diese vier hatten nicht mit der Kraft einer Ost-Connection aus dem Russen Alexandr Kolobnev und dem Kasachen Alexandr Vinokourov gerechnet.

Die beiden brachen schnell aus, überholten das führende Trio und waren nicht mehr einzuholen. Sie führten in der Schlussphase teilweise mit rund 30 sek Vorsprung.

Astana-Fahrer Vinokourov (Foto), der erst am Freitag die Trentino-Rundfahrt gewonnen hatte, zeigte sich sehr stark am letzten Zielanstieg in Ans und ließ sich von Kolobnev, dem ewigen Zweiten der Frühjahrssaison, nicht mehr den Schneid abnehmen.

Vinokourov gewann übrigens dieses Jahr sein zweites Lüttich-Bastogne-Lüttich.

Er konnte die "Doyenne“ schon 2004 für sich entscheiden. 2007 wurde der Kasache bei der Tour de France des Dopings überführt und für zwei Jahre international gesperrt.

Favorit Gilbert "nur" Vierter

Den Sprint um den dritten Platz entschied Alejandro Valverde vor dem belgischen Favoriten Philippe Gilbert (Omega-Lotto), der hier bei seinem Heimrennen - er stammt aus den Ardennen in der Provinz Lüttich - unbedingt einmal gewinnen möchte.

Aber, sein Trostpreis ist der erste Platz in der Weltmeisterschaft, den er ab Montag wohl einnehmen wird.