IT-Berater betrügen massenhaft Finanzamt

Das Finanzamt hat ein groß angelegtes Betrugsnetz im IT-Sektor (Information und Telekommunikation) aufgedeckt. Das schreibt die Zeitung De Standaard. Die Finanzinspektion hat in den vergangenen 2 Jahren rund 800 Personen erwischt, die einen Teil ihrer Einkünfte am Finanzamt vorbeigeschleust haben.

Der Betrug erfolgt über ein neues System, das "portage salarial" heißt.

Das Portage salarial ermöglicht es Fachkräften ohne juristischen Status, zukünftigen Unternehmensgründern, Führungskräften in Teilzeit, Rentnern und Arbeitssuchenden ihre eigene Aktivität mit einem Angestelltenstatus zu gründen.

Der Berater hat also einen Vertrag als Selbständiger oder Arbeitnehmer mit einer neuen Art Gesellschaft, der "Portage-Gesellschaft".

Diese Gesellschaft schließt ihrerseits einen Vertrag mit Kunden, um ICT Dienste zu liefern oder zu unterhalten. Der Kunde bezahlt die Gesellschaft und die Gesellschaft bezahlt den Berater.

Der Betrug liegt bei der letzen Zahlung, wobei die Gesellschaft nur einen Teil des Lohns in Belgien aushändigt. Damit werden nur Steuern auf den belgischen Teil des Lohns gezahlt. Der zweite Teil fließt über allerlei Gesellschaften in Großbritannien und Irland auf ein ausländisches Konto des Beraters in ein Steuerparadies.

Diejenigen, die dabei am meisten verdienen, sind die Berater, weil sie einen Teil ihres Lohns schwarz beziehen. Die neuen  Portage-Gesellschaften  bekommen dabei aber auch etwas vom Kuchen ab.

Sie erhalten einen Prozentanteil für ihre Verwaltungsarbeit als Zwichenperson. Diese Gesellschaften sind oft belgische Gesellschaften und ihre Kunden  sind große und anerkannte Kunden, so Stefaan Huysentruyt, Sprecher des Staatssekretärs für Betrugsbekämpfung Carl Devlies.

Das Finanzamt hat in 5 großen Akten ermittelt  und inzwischen 33 Millionen Euro an zusätzlichen Steuern eingetrieben. Außerdem wurden 51 Akten der Sozialinspektion übergeben.