VRT-Jounalist Bracke geht in die Politik

Der bekannte VRT-Journalist Siegfried Bracke wird Politiker. Er will die Liste der flämischen Nationaldemokraten N-VA in Ostflandern anführen. Der Parteipräsident der N-VA, Bart De Wever, führt die Senatsliste an.

Der Politikjournalist Siegfried Bracke (57) führt also die Kammerliste für die N-VA in Ostflandern an und Parteipräsident Bart De Wever die Senatsliste. Das haben beide auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am Dienstag bekannt gegeben.

Damit setzt Bracke nach 30 Jahren einen Schlusspunkt hinter seine Karriere bei unserem öffentlich-rechtlichen Sender VRT.

Es ist das letzte Mal, dass ich Euch hier mit "liebe Kollegen" anspreche, begann Bracke die PK. "Der Wechsel zur Politik ist eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich je in meinem Leben gemacht habe, aber ich bin auch nie von etwas mehr überzeugt gewesen, als in die Politik zu gehen. Ich konnte einfach nicht anders."

Bracke erklärte seine Entscheidung für die Politik mit seiner Enttäuschung und dem Ärger über die derzeitige Situation im Land.

"Ärger ist nicht gut. Ich versuche, ihn unter Kontrolle zu halten, aber eigentlich teile ich die Meinung des Sängers  Stijn Meuris über die Ignoranz und Lethargie. Ich habe dieses Gefühl schon Jahre. In die Politik gehen ist die einzige Lösung, das Problem zu knacken. Das sagte Meuris und so denke ich auch."

"Ich gehe jedoch sehr wohl wählen, denn diese Wahlen sind nicht nur wichtig, sondern äußerst wichtig. Ich denke, dass wir an einem historischen Wendepunkt sind."

"Ich bin von alleine zu Bart De Wever gegangen"

Siegfried Bracke wurde von so ziemlich allen Parteien gefragt, um den Schritt in die Politik zu wagen. Er ist aber nie darauf eingegangen. "Jetzt bin ich selbst mit der Bitte zu Bart De Wever gegangen, auf eine Liste gesetzt zu werden", betonte Bracke.

Bracke nennt vier Gründe, warum er für die N-VA bei den Wahlen kandidieren will. "Erstens bin ich davon  überzeugt, dass eine weitergehende Staatsreform das einzige ist, was die Wohlfahrt dieses Landes noch retten kann."

Außerdem fügte er hinzu, dass eine starke N-VA die einzige Garantie dafür sei, die flämischen Parteien so unter Druck zu setzen, dass sie mit in Richtung Konföderalismus gehen und um den französischsprachigen Parteien klar zu machen, dass wir es ernst meinen. "Eine Staatsreform ist auch in ihrem Interesse."

Die N-VA sei außerdem noch eine Partei, die den Mut habe, für gesellschaftliche Werte einzustehen. So nannte Bracke als Beispiel das Burkaverbot, das letzte Woche im Parlament verabschiedet wurde.

Weiter findet Bracke, dass die N-VA die sozialste und glaubwürdigste  aller Parteien sei.

Bracke wohnt derzeit noch in Mol (Provinz Antwerpen), zieht aber in Kürze nach Gent.

Bracke war nicht nur jahrelang politischer Berichterstatter, sonder eine zeitlang auch Chefredakteur. Die VRT hat ihre Zusammenarbeit mit Siegfried Bracke nun beendet, da Bracke als Politiker nicht gleichzeitig eine journalistische Tätigkeit bei der VRT ausüben darf.