2 flämische Akademiker ziehen in Politik

Die Dozentin für Menschenrechte an der Uni Gent und ehemalige Präsidentin von Amnesty International Flandern, Eva Brems, ist Spitzenkandidatin der flämischen Grünen Groen! in Löwen. Der Löwener Professor für Kirchenrecht Rik Torfs kandidiert auf dem 2. Platz der Senatsliste der flämischen Christdemokraten CD&V.

Eva Brems steht also an der Spitze der Kammerliste für die Grünen Groen! in Löwen. Sie war vier Jahre lang Präsidentin von Amnesty International in Flandern.

"Die Leute von Groen! haben mich gefragt, sie mit meiner Erfahrung als Menschenrechtsexpertin und Aktivistin zu unterstützen", so Brems.

"Nach dem Ende meines Vorsitzes bei Amnesty International habe ich nach einer neuen Herausforderung gesucht, um das zu verwirklichen, was mir in meinem Leben wichtig ist."

Die Kandidatur von Brems muss an diesem Wochenende noch offiziell auf einem Kongress der Grünen Groen! bestätigt werden. Der Löwener Flügel hat sie aber schon als Kandidatin angenommen.

Brems hat sich in den vergangenen Jahren auf dem Gebiet der Menschenrechte, Chancengleichheit, Migration und Vielfalt verdient gemacht. Der VRT gegenüber sagte sie, sie wolle ihre politische Arbeit mit ihrer akademischen Laufbahn kombinieren.

Torfs ist v.a. aus Fernsehauftritten bekannt

Rik Torfs ist Professor an der Katholischen Universität Löwen. Torfs ist vor allem für seine Auftritte in zahlreichen Fernsehprogrammen bekannt.

Letztes Jahr präsentierte er noch zusammen mit Siegfried Bracke (der als N-VA-Kandidat inzwischen ebenfalls in die Politik gegangen ist) "De Stemming 09".

Im Oktober letzten Jahres gab er bekannt, dass er dabei sei, eine eigene Partei zu gründen. Diese Pläne zerschlug er aber nach einiger Zeit wieder.

Die Parteipräsidentin der CD&V, Marianne Thyssen, hat Torfs jetzt gefragt, sich bei den nächsten Wahlen als Kandidat zur Verfügung zu stellen.

"Wenn ich mit ihm spreche, habe ich das Gefühl, dass es zwischen und stimmt", sagt Thyssen.

"Jetzt ist der Moment, um in die Politik zu gehen, weil es in diesem Land unglaublich schlecht läuft", so Torfs.

"Ich habe immer das gesagt, was ich denke und das ist sehr gut mit der Politik vereinbar", betont er. Torfs findet jedoch, dass derzeit viel zu hitzig in der Politik diskutiert werde.