Heilig-Blut-Prozession ist Weltkulturerbe

Die Heilig-Blut-Prozession steht jetzt offiziell auf der UNESCO-Liste des Kulturerbes. Schon im September 2009 hat die UNESCO die Prozession auf die Liste gesetzt, aber am Donnerstag wurde die Urkunde offiziell im Rathaus von Brügge ausgehändigt.

Die Anerkennung als Weltkulturerbe kommt 700 Jahre nachdem der Papst die Verehrung der Reliquie in Brügge durch eine päpstliche Bulle anerkennen ließ.

Einer Überlieferung zufolge soll Dietrich von Elsass, Graf von Flandern, im Jahre 1150 einige Tropfen des Blutes Christi von einem Kreuzzug aus Jerusalem mitgebracht haben. Die Reliquie wird seither in der Heilig-Blut-Kapelle in Brügge aufbewahrt.

Geschichtswissenschaftler haben inzwischen jedoch bewiesen, dass von der Reliquie erst im 13. Jahrhundert die Rede ist. Die erste Prozession, in der die Heilig-Blut-Reliquie durch Brügge getragen wird, soll also erst im 14. Jahrhundert statt gefunden haben.

Einmal im Jahr, an Christi Himmelfahrt, wird die Reliquie jedenfalls in einer  feierlichen Prozession durch die Altstadt von Brügge getragen. Rund 2.000 Laiendarsteller spielen die Heilsgeschichte vom Sündenfall bis zur Erlösung nach.

In diesem Jahr findet die Prozession am Donnerstag, den 13. Mai statt.

Vor dem Hintergrund der jüngsten Pädophiliefälle in der Katholischen Kirche und dem Rücktritt des Brügger Bischofs Roger Vangheluwe haben die Veranstalter entschieden, dass die Pfarrer in diesem Jahr nicht mitspielen dürfen. So soll vermieden werden, dass die Pfarrer ausgebuht werden. Außerdem wollen die Veranstalter das Publikum nicht provozieren.