Belgische Bischöfe im Vatikan

In Rom hat Erzbischof Léonard für eine Nulltoleranz bei Sexualmissbrauch plädiert. Mit einer Audienz beim Papst ging der Besuch der belgischen Bischöfe im Vatikan zu Ende. Papst Benedikt richtete eine persönlichen Botschaft an die belgische Kirche.

Nach seinem Freitagsgespräch beim Papst erklärte der belgische erzbischof, Monseigneur André-Joseph Léonard, er sei, was den Missbrauch von Kindern durch Angehörige der Kirche betreffe, auf derselben Wellenlänge wie der Vatikan.

Der einwöchige Besuch der belgischen Bischöfe in Rom wurde überschattet vom Missbrauchsskandal und Rücktritt des Bischofs von Brügge, Vangheluwe.

Léonard (Foto) forderte alle Missbrauchsopfer auf, sich zu melden, damit die Schuldigen bestraft werden können. In Zukunft soll Kandidaten, die sich in der Vergangenheit schon etwas zu Schulden haben kommen lassen, auf jeden Fall die Priesterweihe verweigert werden.

Nulltoleranz sei der einzige Weg, um in Zukunft Sexualmissbrauch zu verhindern, sagte der Erzbischof.

Léonard ist auch sehr zufrieden mit der Entscheidung, dass die Justiz jetzt zwei Staatsanwälte beauftragt hat, in Missbrauchsfällen der Kirche zu ermitteln.

Am Samstag empfing Papst Benedikt noch einmal alle belgischen Bischöfe gemeinsam, um sich dann in einer Botschaft an alle belgischen Katholiken zu richten. Dabei kam das Missbrauchthema aber kaum zur Sprache. Der Papst sprach den belgischen Priestern Mut zu und lobte den heiliggesprochenen Pater Damian.